Osterinseln und von der Atacamawüste bis nach Feuerland
2. November bis 7. Dezember 2013
Chile: Santiago - Osterinseln - Valparaiso - Atacamawüste
Bolivien: Salar de Uyuni - Sucre - Potosi - Santa Cruz de la Sierra
Argentinien: Mendoza - Bariloche - Perito Moreno - Cerro Fitz Roy - Ushuaia - Buenos Aires
Website Translation

Reiseidee, Reiseplanung und Organisation sowie Bearbeitung des Reiseberichtes für's Internet von Ralf Sander
Reisebericht mit Hintergrundinformationen von Heidi Sander-Roehr
Fotos von Heidi Sander-Roehr und Ralf Sander



Spanien

Frankreich

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Osterinsel

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Nun war es endlich mal wieder soweit. Nachdem wir gestern unseren Tasco für die nächsten Wochen in gute Pflege gegeben hatten, ging es heute um 10.45 Uhr mit dem Taxi nach Estepona. Pünktlich um 11.30 Uhr fuhr unser Bus nach Marbella, wo wir ca. 12.15 Uhr ankamen.


am Busbahnhof von Marbella


Um 13.15 Uhr ging es weiter nach Malaga zum Flughafen. Beim Einchecken staunten wir nicht schlecht. Unsere beiden Trollys hatten exakt das gleiche Gewicht: 16,4 kg!!! Das hatte es bisher auch noch nicht gegeben.
Um 17 Uhr startete pünktlich der Flieger der Air Europa nach Paris, Ankunft dort um 19.15 Uhr.
Nach mehr als 4 Stunden Wartezeit ging es um 23.30 Uhr endlich weiter mit einer Boeing 777 der Air France nach Buenos Aires, wo wir schließlich am


um 9 Uhr Ortszeit ankamen. Nach deutscher Zeit war es jetzt 13 Uhr. Bereits 2 Stunden später ging es mit der LAN Chile weiter Richtung Santiago de Chile. Wir überflogen die schneebedeckten Gipfel der Anden......









bevor wir dort um 13 Uhr landeten. Wir nahmen ein Taxi und fuhren ins Stadtzentrum zu unserem Hotel. Nach 30 Stunden Anreise fühlten wir uns total müde und kaputt, was uns aber nicht davon abhielt, noch einen Bummel durch die Stadt zu unternehmen. Es war sonnig und mit 31 Grad sehr warm.

In Santiago, der Hauptstadt von Chile, leben fast 6 Millionen Menschen, damit 40 % aller Chilenen. Es ist das politische Zentrum, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die wichtigsten Unternehmen Chiles haben ihren Sitz in Santiago, ebenso viele ausländische Niederlassungen. Santiago liegt in einem Talkessel auf 543 m Höhe am Fluss Rio Mapocho.


- ehemaliger Nationalkongress -



- Parkanlage am Nationalkongress -



- Catedral Metropolitana -



- die Catedral Metropolitana von Innen -



- die sich in einem Hochhaus spiegelnde Kathdrale -



- chilenische Flagge -



- Auf der Plaza de Armas gab es für Ralf den ersten Pisco sour -



- In einem Straßencafe tranken wir etwas und kamen dabei mit einem Chilenen und seiner lustig angemalten Tochter ins Gespräch. -



- Skulptur zu Ehren der Mapuche Indianer -



- überall große Portale -


Als nächstes besuchten wir den Präsidentenpalast „La Moneda“. Um in den Innenhof zu gelangen, mussten wir einen umfangreichen Sicherheitscheck durchlaufen.


- Präsidentenpalast „La Moneda“ - Plaza de la Constitucion-Seite -




Am September 1973 putschte das Militär unter Pinochet und blockierte die Verkehrswege und Kommunikation von Santiago nach Vina del Mar und Valparaiso. Mit Kampfflugzeugen der Luftwaffe bombardierten sie in den frühen Morgenstunden den Präsidentenpalast „La Moneda“. Gegen 14 Uhr begann die Armee mit der Erstürmung des Palastes. Nach kurzem Gefecht ordnete Allende die Kapitulation an.


- Portal zum Innenhof -



- Innenhof "La Moneda" -



- Salvador Allende -



Nur er selbst blieb im „Saal der Unabhängigkeit“ zurück und nahm sich dort das Leben. Siehe die vergitterten Fenster im Erdgeschoss
Der Putsch leitete eine 17jährige Diktatur ein.



- Präsidentenpalast „La Moneda“ -



- Eine verletzte Magellandrossel - Turdus falcklandii - aber scheinbar glücklicher Vogel auf der Plaza de la Constitucion -



- Bolsa de Comercio de Santiago - Wertpapierbörse -





Gegen 17.30 Uhr begann unser Magen zu knurren. Wir gingen in das Lokal, in dem Ralf vor einem Jahr mit seinen beiden Freunden auch gewesen ist und aßen dort mit Hackfleisch gefüllte und mit Käse überbackene Rocotto relleno. Sehr lecker!!!




Nach einem gut gefüllten Magen überkam uns jetzt die Müdigkeit. Wir gingen zurück zum Hotel und fielen bereits um 19.30 Uhr ins Bett. Nach deutscher Zeit war es schon 23.30 Uhr.

Um 6 Uhr waren wir munter und hatten geschlafen wie die Murmeltiere. Nun fühlten wir uns wieder fit wie die Turnschuhe. Eine Stunde später und ohne Frühstück ging es mit einem Taxi zum Flughafen.




Pünktlich um 9.15 Uhr startete die Boing 767-300 der LAN Chile in Richtung Osterinsel. Entfernung 3.826 km.




Während der Flieger an Höhe gewann, genossen wir die Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel der Anden. Zwischen dem 27. und 33. Breitengrad, was in etwa der Höhe Santiagos entspricht, befindet sich die Hochkordilliere, deren Gipfel bis zu 5.000 Metern hoch liegen.






Nach 5 Stunden Flugzeit landeten wir bei bewölktem Himmel und ca. 21 Grad in Hanga Roa auf Rapa Nui. Zeitverschiebung: minus zwei Stunden

Die Osterinsel ist einzigartig. Mit einer faszinierenden Geschichte, fesselnden Kultur und märchenhaften Landschaft wirkt dieses Fleckchen Erde, als stamme es von einem anderen Planeten. Sie liegt isoliert im Südostpazifik, gehört politisch zu Chile, geographisch zu Polynesien und befindet sich südlich des südlichen Wendekreises. Auf Rapa Nui leben 5.800 Menschen. Seit 1995 ist sie als Nationalpark Rapa Nui Teil des UNESCO-Welterbes. Sie hat etwa die Form eines rechtwinkligen Dreiecks mit einer max. Länge von 24 km und einer max. Breite von 13 km. Die Landschaft ist durch ihren vulkanischen Ursprung geprägt.


- Es ging zu Fuß über das Rollfeld zum Terminal -


Mit dem Taxi ließen wir uns anschließend zu unserem Hotel bringen.










- Der Garten der Hotelanlage. Ein Moai durfte hier nicht fehlen. Es war allerdings kein Original. -










An der Hotelrezeption ließen wir eine Tagestour für den nächsten Tag buchen und begaben uns anschließend auf einen langen Spaziergang.



Hanga Roa, der einzige Ort auf Rapa Nui, ist nicht gerade eine Metropole, aber das Städtchen beherbergt fast alle Hotels, Restaurants, Läden sowie Serviceunternehmen auf der Insel.





- Blick auf den kleinen, malerischen Hafen -


Moai heißen die rätselhaften Statuen aus Stein. Auch heute ist noch unbekannt, ob sie Vorfahren oder Götter repräsentiert haben.


- Der Moai steht immer mit dem Rücken zum Meer -









- Dieser Moai blickt ausnahmsweise auf das Meer -


Für die morgen anstehende Tour benötigten wir noch eine Eintrittskarte in den Parque Nacional Rapa Nui, der von der Conaf verwaltet wird. Es war ein sehr weiter Weg dorthin. Für 60 USD pro Person erhielten wir diese Tickets.


Danach besorgten wir in einem kleinen Supermarkt noch einige kleine Flaschen Wasser, brachten sie zurück zum Hotel und erkundigten uns an der Rezeption nach einem guten Restaurant für den Abend.
Gegen 18 Uhr gingen wir los, denn es war mal wieder ein weiter Weg. Das Lokal befand sich außerhalb von Hanga Roa und es ging einige Kilometer am Meer entlang.







Nachdem wir unterwegs noch einige Einheimische nach dem Weg gefragt hatten, standen wir schließlich vor dem Tataku Vave Restaurant. Von der Terrasse aus genossen wir den herrlichen Blick auf den Pazifik.






Ralf aß Civiche mit Süßkartoffeln und Salat und ich Thunfisch in Ananassoße und Reis. Beide Gerichte waren köstlich und ich muss gestehen, mir hat noch nie ein Fischgericht so gut geschmeckt. Dazu gab es Rotwein.


- Prost!!! -




Während des Essens beobachteten wir die Einheimischen in ihren Kanus und die Brandung des Pazifik, dessen Wellen sich an den Felsen brachen.



Kurz vor Einbruch der Dunkelheit ging es zurück zum Hotel und gegen 22 Uhr fielen wir müde ins Bett.


Um 7 Uhr waren wir munter und zu meiner großen Freude gab es zum Frühstück im Hotel Kuchen!!! Da konnte ich nicht nein sagen.

Kurz vor 10 Uhr wurden wir dann zu der Rundtour abgeholt. Das Wetter war wie am Vortag, Wolken und zwischendurch etwas Sonne. Die kleine Gruppe, mit der wir nun den Tag verbringen sollten, erwies sich als ein bunt gemischtes Völkchen. Sie kamen aus Japan, Neuseeland, Kanada, USA und Italien.

Zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert kamen die ersten Bewohner von den Marquesas, den Mangareva-, Cook- oder Pitcairn-Inseln hierher. Die Rapa Nui entwickelten eine einzigartige Zivilisation, für die der Bau von ahu genannten, kultischen Steinplattformen und die berühmten Statuen der Osterinsel, die moai, charakteristisch sind.
Im 17. Jahrhundert erreichte die Bevölkerungszahl wahrscheinlich einen Höhepunkt von 15.000 Einwohnern. Schon zu dieser Zeit kam es zu Streitigkeiten um Land und knapp gewordene Güter. Kurz darauf landeten die Europäer auf der Insel und es setzte ein Bevölkerungsrückgang ein.
Spätere Konflikte zwischen verschiedenen Clans führten zu blutigen Kriegen und Kannibalismus und viele moais wurden auf ihren ahu umgestürzt. Doch auch Erdbeben und Tsunamis richteten erhebliche Schäden an.



Als erstes besuchten wir Ahu Akahanga.






Unsere Reiseleiterin, die uns in spanischer und englischer Sprache über Kultur und Geschichte von Rapa Nui viel erzählen konnte.

Bei Ahu Akahanga handelt es sich um die Grabstätte des Königs Hotu Matua. Sie ist mit roten Steinen und erodierten Felszeichnungen dekoriert.






Auf einer Plattform befanden sich ursprünglich 13 Moai mit einer Höhe von 5 bis 7 Metern, die jedoch alle umgestürzt sind. Die meisten von ihnen wurden ins Meer gespült.


- Einer von vielen herrenlosen Hunden hier auf der Insel. -



- Ein roter Stein der Grabstätte. -



- Der Pazifik von seiner sonnigen Seite. -



- Er verkauft geschnitzte Moais aus Holz an Touristen. -




Als nächstes besuchten wir Ahu Tongariki. Sie ist nicht nur die größte Zeremonie-Anlage auf Rapa Nui, sondern in ganz Polynesien. Sie soll ursprünglich 215 Meter breit gewesen sein und wurde im Laufe von 900 Jahren immer wieder verändert und erweitert. Möglicherweise sollen hier bis zu 33 Moais gestanden haben.









Die 33 Moais wurden etwa um 1680 im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen den „Langohren“ und den „Kurzohren“ umgeworfen. 1960 riss ein Tsunami die Zeremonie-Anlage komplett auseinander und spülte die bis zu 90 Tonnen schweren Moais, aber auch die gesamte Plattform ins Landesinnere. Geld zum Wiederaufbau der Anlage kam von dem japanischen Unternehmen „Tadano“ aus Tokio. Die Anlage ist heute 100 Meter lang und 6 Meter breit. Der kleinste der 15 Moais misst 5 Meter und der größte 14 Meter.














- Bei dem zylinderförmigen pukao (Kopfaufsatz) handelt es sich um eine Männerfrisur, die einst auf Rapa Nui verbreitet war. Die Haare waren rot eingefärbt. -




Abseits der Zeremonie-Anlage steht ein unscheinbarer Moai, der aussieht als würde er der großen Tongariki-Anlage den Rücken zukehren und „schmollen“. Er ist der einzige, der die Insel für eine lange Reise verlassen hat und wieder zurückgekehrt ist. Er durfte sich während der Weltausstellung in Osaka zeigen und trägt seitdem den Spitznamen „The Traveling Moai“.


- „The Traveling Moai“ -


An diesem besonderen Moai überreichte Ralf Patricia - eine Indigena der Osterinseln - während unseres ersten Höhepunktes dieser Reise ein Glückshormon, gefertigt in den chilenischen Landesfarben.

Eine Künstlerin aus dem Harz, die Glückshormone aus Glas herstellt, bat Ralf darum, ein paar dieser Kunstwerke unter bestimmten Voraussetzungen auf unserer Reise an ausgewählte Personen weiterzugeben.








- Noch einmal ein Blick auf Ahu Tongariki. -


Um 13.30 Uhr gab es für alle Hähnchenschenkel mit Reis und dazu gemischtes Gemüse. Danach ging die Tour weiter zum Rano Raraku, die „Moai-Fabrik“ auf der Osterinsel.



Der Vulkankegel Rano Raraku ist nicht spektakulär mit seinen 150 Metern Höhe, doch hier befindet sich massenweise das, was die Osterinsel so bekannt gemacht hat, nämlich die Moai-Steinmonumente.
Am und im Rano Raraku befinden sich 397 Moais, von denen nur ein Viertel komplett bearbeitet und aus dem Stein geschlagen sind.












Der Vulkan erhebt sich meerseitig übergangslos aus einer grasbewachsenen Ebene und bricht am Südosthang teilweise steil ab. Hier befindet sich auch der Steinbruch für die Moais. Es handelt sich um gelbliches Tuffgestein mit zahlreichen Einschlüssen von hartem Granitgestein.


- Mit einer Größe von 21,6 Metern ein Steinriese, halbfertig im Fels eingebettet. Es ist der größte Moai, der jemals aus dem Tuffgestein geschlagen werden sollte. Von Besuchern wird er „El Gigante“ genannt. -



- Alle diese Moais sind bis zur Brust im Sediment vergraben. -



- Das Aufstellen erfolgte folgendermaßen: Sie wurden mit einem Kiel aus dem Fels geschlagen und mit Kieseln anschließend vom Kiel gelöst. Mit einem Seil ließ man sie am Hang herunter und stellte sie in eine vorher ausgehobene Grube, richtete sie auf und verfüllte das Loch hinterher mit Sediment. -






- In der Ferne noch einmal Ahu Tongariki. -







Nachdem wir uns bisher auf der Südseite der Insel befunden hatten, ging es nun weiter an die Nordküste. Unser nächstes Ziel war Ahu Te Pito Kura.






Der umgestürzte Moai „Paro“ - obiges Foto – ist mit 9,80 Metern der größte jemals über die Insel transportierte Moai. Geschaffen wurde dieser 82 Tonnen schwere Koloss am Rano Raraku Krater. Um diesen Moai aus dem Stein zu schlagen, haben 30 Steinmetze ein ganzes Jahr benötigt und 90 Männer hat man gebraucht, um den Koloss von Rano Raraku zu der 6 km entfernten Plattform zu schleppen. Die gleiche Anzahl an Männern haben noch einmal 90 Tage gebraucht, um den Moai aufzustellen. Die vielen Steine, die rund um die Figur liegen, sind Reste der Steinrampe, mit denen der Moai aufgerichtet wurde.

Etwas abseits befindet sich ein glattgeschliffener runder Stein im Durchmesser von etwa 80 cm, der als Nabel der Welt bezeichnet wird. Es heißt, dieser Stein habe magische Kräfte und sei früher von den Ureinwohnern angebetet worden. Wegen seiner hohen Dichte an vulkanischen Einschlüssen beeinflussen die eingeschlossenen Eisenmineralien sogar eine Kompassnadel. Der runde Stein ist in einen Steinkreis eingebettet.



Nun ging es weiter zum Anakena Strand, der einzig nennenswerte der Osterinsel, bestehend aus Korallensand. Angeblich soll König Hotu Matua hier gelandet sein und die ersten Siedlungen gegründet haben.













- Ein Palmenhain mit Sitzbänken umrahmt die Bucht. -



- Die Zeremonienplattform Abu Nau Nau tägt 7 Moais, ist 60 Meter lang, 12 Meter breit und wurde 1978 restauriert. -



- Der einzeln stehende 6 Meter hohe und 30 Tonnen schwere Moai auf dem Ahu Ature Huki wurde 1956 von Thor Heyerdahl und Einheimischen mit traditionellen Mitteln wieder aufgerichtet. -


Einfache kleine Restaurants der Einheimischen laden zum Verweilen ein. Da auf Rapa Nui kein Grund und Boden an ausländische Investoren verkauft werden darf, steht hier auch kein Luxushotel.






Gegen 17 Uhr kehrten wir zum Hotel zurück.
Am Abend suchten Ralf und ich ein kleines hübsches Restaurant auf, um noch etwas zu trinken. Mein lieber Mann bestellte sich zwei Pisco Sour und ich konnte es einfach nicht lassen, doch noch eine Kleinigkeit zu essen. Ich gönnte mir einen Fischsalat mit Lechuga und Tomaten – er war köstlich – und hinterher einen Kaffee. Es war 22 Uhr, als wir uns auf den Rückweg zum Hotel begaben.


Um 7.30 Uhr war das Frühstück angesagt und ich aß natürlich wieder Kuchen. Ich muss gestehen, daran könnte ich mich auch zu Hause gewöhnen.

Bis zum Abflug um 14.10 Uhr blieb noch genügend Zeit, um etwas zu unternehmen. Nachdem wir unser Gepäck an der Hotelrezeption deponiert hatten, war unser Ziel der ca. 5 km entfernte Vulkan Rano Kao. Leider meinte es heute das Wetter nicht so gut. Der Himmel war komplett zugezogen und alles grau in grau. Trotzdem machten wir uns auf den Weg.

Im Ort kamen wir an einem „Markt“ vorbei. Auf der Ladefläche des einen PKW wurde Fleisch verkauft, auf der nächsten war Fisch im Angebot........







......und schließlich durfte auch Obst und Gemüse nicht fehlen.


- Hier auf der Osterinsel blühen jetzt die Weihnachtssterne. -



- Das ist ein Korallenbaum – Erythrina - -



- Durch einen Wald – sehr selten hier – ging es nun gemütlich leicht bergauf. -






- Blick auf die Westküste mit dem Ort Hanga Roa -
Wie schön hätte dieses Foto wohl bei Sonnenschein ausgesehen.......... -




- - Blick auf die Ostküste - -






Schließlich hatten wir den Kraterrand des 320 Meter hohen, erloschenen Vulkans Rano Kao erreicht. Der 200 Meter tiefe Gipfelkrater ist eine Caldera, die durch den Einsturz des Vulkangipfels entstanden ist. Mit einem Durchmesser von 1,6 km ist er der größte Vulkankrater auf Rapa Nui.
Der mit Süßwasser gefüllte See im Inneren des Kraters ist halb verlandet. Hier kommt noch das Totora-Schilf vor, das auch von den Ureinwohnern vielfältig genutzt wurde.





Auf unserem Rückweg wurden die Wolken ganz allmählich dünner.....






..... und schließlich kam auch die Sonne zum Vorschein.


Gegen 11 Uhr befanden wir uns wieder in Hanga Roa. In einem Lokal tranken wir noch einen Kaffee und Ralf aß eine Empanada. Danach holten wir das Gepäck am Hotel ab, ließen uns ein Taxi rufen und gegen 12.30 Uhr erreichten wir den Flughafen. Nun schien auch die Sonne, aber für uns leider zu spät.

– am Flughafen -



– Unser Flieger ist da. -


Übrigens landet auf Rapa Nui pro Tag nur eine Maschine, entweder aus Santiago oder aus Tahiti kommend.


– Hier geht es noch die Gangway nach oben -



– Pünktlich um 14.10 Uhr startete der Flieger Richtung Festland. -


Auf Wiedersehen Rapa Nui. Es war sehr schön hier.


– Kurz vor der Ankunft in Santiago. Die Zeitverschiebung betrug 2 Stunden. -


Es war bereits dunkel, als wir um 21.30 Uhr in Santiago landeten. Ein Taxi brachte uns zum Hotel. Auf einem kurzen Spaziergang kauften wir uns noch ein paar kleine Flaschen Wasser und gingen danach ins Bett.


In dieser Nacht haben wir nicht so gut geschlafen, denn draußen war es sehr laut. Um 7 Uhr standen wir auf.

– unsere Unterkunft "Hotel Españna". -


Das einzig Schöne an dieser Unterkunft ist die Außenfassade und die zentrale Lage. Im Inneren sieht es bereits vollkommen verwohnt aus. Die plüschigen Vorhänge in den Zimmern scheinen aus dem letzten Jahrhundert zu stammen und die Tapeten sind nicht mehr weiß, sondern total vergilbt. Auch der Fußbodenbelag ließ alle Wünsche offen. Aber zum Glück waren die Betten sauber. Der Frühstücksraum war richtig alt, scheußlich und ungemütlich. Trotzdem aßen wir dort, Ralf Toast mit Marmelade und dazu Kakao, ich eine Banane, einen Apfel und „meinen“ Kuchen. Den Nescafé konnte man vergessen.

Da erst gegen Mittag unser Bus nach Valparaiso abfuhr, blieb noch genug Zeit für einen Spaziergang. Das Stadtzentrum kannten wir ja nun, viel zu sehen gab es dort nicht. Um ehrlich zu sein, ist Santiago die Hauptstadt in Südamerika mit dem wenigsten Flair. Das liegt aber auch daran, dass viele alte Kolonialbauten durch Erdbeben in der Vergangenheit zerstört wurden. Länger als einen Tag muss man sich hier nicht aufhalten.

Laut Reiseführer lohnt es sich, das „Barrio Brasil“ zu besuchen. Wir machten uns auf den Weg, waren aber mehr als enttäuscht, als wir dort ankamen.


– Die Häuser sind bereits sehr verfallen. -



– noch ein altes angemaltes Gebäude -


Auf einer kleinen Plaza im Barrio Brasil setzten wir uns auf eine Bank, genossen die warmen Sonnenstrahlen und gingen anschließend zurück ins Stadtzentrum.


- Schulkinder auf Besichtigungstour -



– Correo Central – Hauptpost -


Wir waren froh, als wir endlich unser Gepäck im Hotel abholen und per Taxi zum Busbahnhof fahren konnten. Pünktlich um 12 Uhr ging es in Richtung Valparaiso. Es ging durch die bedeutende Weinregion „Valle de Casablanca“ Richtung Nordwesten und bereits zwei Stunden später war die 124 km entfernte Hafenstadt Valparaiso erreicht.



Ein Taxi brachte uns zu dem bereits vorbestellten Hotel im Stadtzentrum. Wir waren ziemlich irritiert, als der Inhaber uns dort mitteilte, dass diese Unterkunft bereits seit dem 1. November geschlossen sei und keine Gäste mehr aufnehme. Das sei auch Booking.com rechtzeitig mitgeteilt worden, aber das Unternehmen hatte es versäumt, uns darüber zu informieren.
Glücklicherweise war der Inhaber sehr hilfsbereit. Es dauerte nicht lange, da hatte er telefonisch im Ibis Hotel ein freies Zimmer für uns reservieren lassen. Wir nahmen also wieder ein Taxi, das uns dann zu dem direkt am Hafen gelegene neue Ibis Hotel brachte. Hier bekamen wir ein sehr schönes und ruhiges Zimmer und es war sogar noch etwas preiswerter als die über Booking.com vorgebuchte Unterkunft.

Das einzigartige Valparaiso (deutsch: Paradiestal) ist mit ihren 278.000 Einwohnern Chiles zweitwichtigste Stadt. Sie ist zugleich Kulturhauptstadt, Sitz des chilenischen Kongresses und Hafenort. Darüber hinaus verlieh die Unesco der Stadt den Status als Weltkulturerbe.

Sie liegt an einer nach Norden offenen Bucht des Pazifik. Das Klima ist mediterran. Die Stadt erstreckt sich über eine Vielzahl von Hügeln (Cerros).

Geschichte: Valparaiso wuchs zunähst langsam, florierte aber, als während des kalifornischen Goldrausches ein gewaltiger Bedarf an Weizen entstand. Als erster Anlaufhafen der Schiffe nach der Umrundung Cabo de Hornos von der Atlantikseite entwickelte sich der Ort zum Handelszentrum der gesamten Pazifikküste. Danach kamen im 20. Jh. schwere Zeiten: Ein Erdbeben von 1906 zerstörte die meisten Gebäude. Eine katastrophale Auswirkung auf die Wirtschaft hatte die Eröffnung des Panamakanals. Heute ist die Stadt als Anlaufhafen für Kreuzfahrtschiffe wieder auf der Seekarte vermerkt. Chiles wachsender Obstexport hat ihr ebenfalls Auftrieb verliehen.



Wir unternahmen einen Bummel durch die Stadt und nach Verlassen des Hotels fiel uns am Hafen bereits ein Kreuzfahrtschiff auf, das dort festgemacht hatte.


– "Costa Romantica" - was für ein hässlicher Pott! -


Es war beabsichtigt, mit einem der 14 scheppernden ascensores (Aufzüge) aus den Jahren 1883 bis 1916 auf einen der Hügel hinauf zu zuckeln, aber zu unserem großen Pech fuhren diese Aufzüge derzeit nicht. So blieb uns nichts anderes übrig, als mit einem Taxi auf den Cerro Artilleria zu fahren.

- einer der zur Zeit nicht fahrenden Aufzüge -



- Ein freier Blick über das Meer machte diesen südwestlichen Hügel zu einem strategischen Verteidigungspunkt, daher auch der Name.
Blick auf den Hafen -




- Blick auf einen der Hügel -



- bunte Häuser -












- Sie haben ihre beste Zeit hinter sich. -

















- Unterwegs haben wir die älteste Bar "La Playa" der Stadt aufgesucht. Ralf genoss seinen Pisco Sour und ich einen Kaffee. -




Gegen 17.30 Uhr kehrten wir zum Hotel zurück.
Zum Abendessen ging es in das Restaurant „Bote Salvavida“, direkt am Hafen gelegen. Ralf, der vor gut einem Jahr nach der Kap-Hoorn-Umrundung mit seinen Freunden Udo und Wolfgang schon einmal hier gewesen war, schwärmte davon.
Aber leider ist es oft so – was vor einem Jahr gut war, muss jetzt nicht unbedingt auch noch gut sein. Ich bestellte mir Fischfilet mit süßsaurer Soße und Reis, hinterher Kaffee und Cola, und für Ralf gab es Fischfilet mit Kapernsoße und Kartoffeln und natürlich Pisco Sour. Mir hat es geschmeckt, aber mein lieber Mann war enttäuscht.





- Blick aus dem Fenster des Restaurants. -


Gegen 22 Uhr kehrten wir zum Hotel zurück.


Um 7.30 Uhr waren wir munter. Zum Frühstück gab es heute im Ibis vom Buffet Obstsalat und Kuchen für mich und für Ralf Obstsalat und Brot.

Danach machten wir uns auf den Weg zu der Niederlassung von Lloyd`s Register of Shipping. Ralf hatte dort noch von zu Hause aus bei einer Dame namens Gloria Busfahrkarten für die Strecke in die Atacama-Wüste besorgen lassen. Es ist Ausländern ohne die erforderliche chilenische RUT ID Nummer nicht möglich, Bustickets für Chile über das Internet zu buchen. Die Fahrkarten wollten wir nun abholen und bezahlen.
Die ausgesprochen sympathische Dame begrüßte uns herzlich und es erfolgte eine angeregte Unterhaltung. Sie befand sich zur Zeit allein im Büro, denn Ihr Chef, Herr Franz Bevensee, war unterwegs und sollte erst am Nachmittag zurückkehren. Da er Ralf sehr gern kennenlernen wollte, mussten wir ihr versprechen, später noch einmal wieder zu kommen.

Um 10 Uhr hatte sich Ralf mit Ricardo Kompatzki, dem Präsidenten der Cap Horniers, in dessen Office verabredet. Leider fanden wir das Büro nicht. Wie sich später herausstellte, hatte man ihm eine falsche Anschrift übermittelt.

Anschließend begaben wir uns wieder auf eine ausgiebige Besichtigungstour, weil ich noch möglichst viel von Valparaiso sehen wollte. Am Abend stand uns bereits die erste lange Bustour bevor.


- Comandancia Naval -



- Monumento Prat -



- einer dieser lieben Straßenhunde -



- ein ganz außergewöhnliches Gebäude -




Wir verließen das Stadtzentrum und begaben uns nun Richtung Cerro Alegre und Cerro Concepcion. Das Wetter für diesen langen Spaziergang war ideal, ca. 25 Grad.


















Die steilen gepflasterten Straßen sind gesäumt von traditionellen Häusern aus dem 19. Jh., deren bunt bemalte Fassaden ein strahlendes Patchwork unterschiedlicher Farben bilden.






Angesichts der atemberaubenden und teilweise verblühten Schönheit der chaotischen „Cerros“, des Labyrinths aus steilen, gewundenen Straßen, Gassen und Treppen ist es nicht verwunderlich, warum viele Besucher in dieser Stadt wesentlich mehr Zeit als in Santiago verbringen.

































So langsam bekamen wir Lust auf etwas „Kaltes“. In einem hübschen Restaurant am Cerro mit Blick auf den Hafen schmeckten uns die Getränke richtig gut.



Nachdem wir die Cerros hinter uns gelassen hatten, ging es vorbei an einem kleinen Markt, an dessen Ständen Berge von Erdbeeren verkauft wurden.



Danach begaben wir uns zum Hafen, setzten uns dort auf eine Bank und sahen dem bunten Treiben zu.





Jetzt war es an der Zeit, noch einmal zum Lloyd`s-Büro zu gehen. Der Leiter, Herr Bevensee, war zurück und empfing uns gemeinsam mit Gloria. Obwohl „Bevensee“ ein typisch deutscher Name ist, handelte es sich bei ihm um einen Chilenen ohne Deutschkenntnisse.
Wir unterhielten uns und natürlich kam auch die Frage, wie und wohin unsere Reise geht. Als er das Wort „Atacama-Wüste“ hörte, schaute er uns verständnislos an und meinte, da gibt es doch nur Sand, es ist heiß und trocken und staubig. Da kann man doch nicht hinfahren.
Diese Äußerung hatten wir bereits mehrfach von Einheimischen gehört, die uns in Santiago und auch hier in Valparaiso danach gefragt haben. Sie alle wunderten sich nur, warum Touristen ausgerechnet in die Atacama-Wüste fahren wollen.
Nachdem wir herzlich verabschiedet worden waren, gingen wir in ein kleines einheimisches Restaurant. Ralf aß Fisch und Kartoffelpürree und ich einen großen Salat.
Im Hotel holten wir anschließend unser Gepäck ab und ließen uns per Taxi zum Busterminal bringen. Mit ca. 30 Minuten Verspätung setzte sich unser Bus in Bewegung. Es sollte eine lange Fahrt werden von Valparaiso nach Calama.
Die Langstreckenbusse in Chile sind supermodern und ganz bequem. In der unteren Etage befindet sich die erste Klasse mit Betten, aber nur kleinen Fenstern.
Wir gingen über einige Stufen nach oben. Dort befinden sich die Sitzplätze. Da Ralf diese Fahrt bereits lange vorher hat buchen lassen, wurden auch die von uns gewünschten Sitzplätze reserviert. Wir saßen also ganz vorn über dem Fahrer und hatten die große Panoramascheibe direkt vor uns. Hinzu kam noch ganz viel Beinfreiheit. Besser ging es wirklich nicht.






Es ging nun für viele Stunden in nördliche Richtung. Zuerst sahen wir bei Sonnenuntergang rechts und links der Straße fruchtbares Land, auf dem kilometerlang Obst und Gemüse angebaut wurde.



Nach Einbruch der Dunkelheit verteilte das Servicepersonal Decken und Kissen an die Passagiere. Wir stellten die Rückenlehnen nach hinten und konnten mehr oder weniger gut schlafen. Zwischendurch blickte ich aus dem Fenster und versuchte, etwas zu erkennen.
Gegenverkehr gab es so gut wie gar nicht auf dieser endlos langen und geraden Straße.


Bei Tagesanbruch hatte sich die Landschaft völlig verändert. Wir befanden uns bereits in der Wüste.









Zwischendurch begegneten uns LKW, die von den hier in dieser Gegend vorhandenen Minen kamen oder dort hinfuhren.
Zum „Frühstück“ gab es im Bus eine kleine Flasche Wasser und einen Keks. Ich muss sagen, in der Hinsicht haben wir schon besseren Service erlebt. Zum Glück hatten wir vorsichtshalber selbst Kekse und Getränke mitgenommen.
Nach 19 Stunden Fahrzeit, also gegen 13.30 Uhr, erreichten wir den Busterminal von Antofagasta. Endlich gab es ½ Stunde Pause, so dass wir den Bus verlassen und die Beine vertreten konnten. Um 14 Uhr ging es dann weiter.

Die Atacama-Wüste erstreckt sich im Norden Chiles über eine Distanz von 1.200 km. Von West nach Ost werden 3 Längszonen unterschieden: Die Küstenkordilliere, das Zwischental und das Andenmassiv.
Es ist eine der trockensten Landschaften der Erde. Allerdings kommt es ziemlich regelmäßig im Abstand von 6 bis 10 Jahren zu heftigen Niederschlägen.
Die Atacama ist etwa 15 Millionen Jahre alt.
Heute bilden die Vorkommen von Lithium, Kupfer, Silber, Gold und Platin die Wirtschaftsgrundlage Chiles.



Die Landschaft wird etwas hügeliger.



Kein Kommentar!


Gegen 16 Uhr kamen wir – nach 21 Stunden Busfahrt!!!! - endlich in Calamaan.
Ralf ließ sich mit dem Taxi zu einem anderen Busbahnhof bringen, um dort bereits die Fahrkarten für die Weiterfahrt nach Bolivien/Uyuni zu kaufen. Ich habe in der Zwischenzeit mit dem Gepäck auf ihn gewartet. Die Temperaturen hier waren sehr angenehm, vor allem nicht so heiß wie erwartet.



Es dauerte bis 20 Uhr, da kam endlich der Bus, der nach San Pedro de Atacama weiterfuhr. Zwei Stunden später war es dann geschafft, wir hatten das nächste Etappenziel San Pedro de Atacama erreicht.
Die Entfernung von Valparaiso über Antofagasta nach San Pedro betrug 1.659 Kilometer.

Als wir in unserem vorgebuchten Hotel ankamen, erwartete uns eine negative Überraschung. Bei meinem lieben Ralfi hatte sich in seiner Reiseplanung zu Hause ein Gedankenfehler eingeschlichen. Er hatte in dem Hotel das Zimmer bereits für einen Tag früher reservieren lassen und dabei übersehen, dass wir die Nacht im Bus verbringen mussten. Nun war das Zimmer natürlich anderweitig vergeben worden.

Da es bereits sehr spät und auch dunkel war, verspürten wir keine Lust, uns noch nach einer anderen Unterkunft umzusehen. Die Inhaberin des kleinen Hotels konnte uns lediglich noch ein einziges 3-Bett-Zimmer anbieten ohne privates Bad. Pech gehabt!!! Aber wir haben es genommen und es erwies sich im Nachhinein auch nicht als sehr tragisch.

Mittlerweile knurrte der Magen – wir hatten uns seit über 26 Stunden nur von Keksen ernährt. Auf Empfehlung der Inhaberin des Hotels gingen wir in das beste Restaurant von San Pedro. Da es dunkel war, unsere Bleibe am Rand des Dorfes lag und die Beleuchtung in diesem Ort nur sehr spärlich ausfiel, hatten wir große Probleme, das Zentrum von San Pedro zu finden, aber nach mehrmaligem Fragen war es dann schließlich geschafft.

In einem urgemütlichen Restaurant genossen wir zartes Rindfleisch mit eingelegten Auberginen und risottoähnlichem Reis. Es schmeckte einfach köstlich nach dieser langen Reise.



Mit Mühe und auch etwas Glück fanden wir den Rückweg und fielen gegen Mitternacht todmüde ins Bett.


Um 7 Uhr waren wir munter und eine halbe Stunde später ging es zum Frühstück.

Unser kleines Hotel und rundherum nichts als Sand. Es verfügt über einen sehr schönen und gepflegten Innenhof mit kleinem Garten, von dem aus die Gäste in ihre Zimmer gelangen. Vor den einzelnen Zimmern befindet sich jeweils eine gemütliche Sitzecke.



Die Oase befindet sich auf 2.450 Metern Höhe im nördlichen Rand des Salar de Atacama (Salzsee). 1938 Einwohner leben in 690 Häusern.
Die Bewässerung erfolgt aus den Flüssen Rio San Pedro und Rio Vilama.
Sie liegt im Verkehrsknotenpunkt eines Transitwegenetzes, das in Ost-West-Richtung Argentinien und Bolivien mit der Küstenregion am Pazifik verbindet.
Entscheidend für die Beliebtheit der aus Lehmziegeln errichteten Oase in der Vorkordilliere ist ihre Lage, befindet sie sich doch im Herzen einer der spektakulärsten Landschaften Nordchiles.

Nach dem Frühstück begaben wir uns auf den Weg ins Zentrum von San Pedro. Jetzt, bei Sonnenschein, sah alles ganz anders aus als gestern bei Dunkelheit.


auf dem Weg ins Zentrum von San Pedro -



die „Hauptstraße“ der Oase mit kleinen Restaurants, Souvenirgeschäften und Reiseagenturen






immer noch die Hauptstraße -






In einer Reiseagentur haben wir drei Touren gebucht und anschließend auf der Plaza de Armas einen Cappuccino getrunken.






öffentliches Telefon -





Iglesia San Pedro ist eine strahlend weiße kleine Kirche im Kolonialstil, die mit traditionellen Materialien errichtet wurde – klobige Lehmziegel für Wände und Dach, Holz vom Kandelaberkaktus für die Decke und kräftige Lederriemen anstelle von Nägeln. Sie datiert ins 17. Jh., wobei die heute bestehenden Wände von 1745 stammen und der Glockenturm 1890 hinzukam.

Da wir in unserem Hotel Probleme mit der Internetverbindung hatten, suchten wir noch ein Internetcafé auf. Anschließend gingen wir zurück zur Unterkunft.

Um 15 Uhr machten wir uns auf den Weg zu unserem Tour-Büro „Inca Coya“. Von dort aus ging es mit einem Geländewagen und insgesamt 9 Personen ins Death Valley und Valle de la Luna“.




















Teilweise ging es durch sehr enge Schluchten.













Das Valle de la Luna – Tal des Mondes – ist ein Teil des 1990 gegründeten Nationalreservates „Los Flamencos“.
Das vegetationsarme Gebiet erinnert an die Oberfläche des Mondes, daher der Name.




Das Weiße auf den Fotos ist natürlich kein Schnee, sondern Salz.


















eine riesige Sanddüne -



las tres Marias – die drei Marien – eine Sehenswürdigkeit im Valle de la Luna -






eine ganz süße und nette Brasilianerin aus Brasilia, die ebenfalls an der Tour teilnahm -





























Die Sonne stand mittlerweile schon sehr tief und tauchte die Wüste in ein rotes Licht.









Im Hintergrund der 5.920 Meter hohe Vulkan Licancábur, den wir in den nächsten Tagen noch desöfteren zu sehen bekamen.







Von unserer ersten Tour mit einem sehr guten Reiseleiter waren wir sehr beeindruckt. Gegen 20 Uhr erreichten wir wieder San Pedro.

Da sich allmählich der Hunger einstellte, gingen wir zum Essen in ein Restaurant, das uns ebenfalls von der Hotelchefin empfohlen worden war. Es war sehr gemütlich und nach kurzer Zeit voll bis auf den letzten Platz.

Als unser Essen kam, traf uns fast der Schlag beim Anblick dieser Riesenportionen. Ralf aß Zunge mit gebratenen Süßkartoffeln – drei Personen wären davon satt geworden – und ich Hähnchenbrust mit Reis. Aber es war nicht eine Hähnchenbrust, sondern zwei richtig große Teile mit einer Riesenportion Reis. Auch davon hätte man drei Personen satt bekommen.


- meine Riesenhähnchenbrüste -



Ralfis überdimensionale Portion -


Das war natürlich für uns beide nicht zu schaffen, obwohl es gut schmeckte. Wir ließen uns also alles, was auf dem Teller blieb – das war leider mehr als die Hälfte – einpacken. Auf unserem Rückweg zum Hotel trafen wir stets auf herrenlose und ganz liebe Hunde. Ihnen haben wir an diesem Abend eine ganz große Freude bereitet.


die Hauptstraße von San Pedro bei Nacht -


Kurz nach 23 Uhr gingen wir ins Bett.


Nachdem wir bereits um 6.30 Uhr aufgestanden waren und gefrühstückt hatten, wurden wir um 7.30 Uhr mit einem Geländewagen zu unserer nächsten Tour in die Atacama abgeholt. Mit dabei waren zu unserer Überraschung ebenfalls die beiden Brasilianerinnen vom Vortag sowie ein Pärchen aus der Schweiz – also eine Minigruppe.

Während der Fahrt ging es stetig bergauf und wir hatten schließlich fast 5.000 m Höhe erreicht. Der Licancábur war nun fast zum Greifen nah.



Der Licancábur – übersetzt Berg des Volkes – ist ein inaktiver Vulkan. Er liegt auf der Grenze zwischen Bolivien und Chile und überragt die Atacamawüste.
In seinem Krater befindet sich einer der höchstgelegenen Seen der Welt, in dem trotz Außentemperaturen von bis – 30 Grad eine Vielzahl von Lebewesen gedeiht.
Wegen der extremen Umweltbedingungen ist diese Flora und Fauna im etwa 5.000 qm großen See von evolutionärem Interesse. Die NASA und das Seti-Institut haben bereits eine Reihe von Expeditionen zum Gipfel unternommen.









In dieser Höhe trafen wir auch auf Lamas.



unser Geländewagen -






Unser erstes Ziel war die „Laguna Diamante“.









In dieser Höhe und bei dieser Kälte gab es erst einmal etwas Heißes zu trinken sowie ein kleines zweites Frühstück.












Mein Ralfi friert!!!

















Die Landschaften änderten sich ständig.








Majestätisch erheben sich hier die „Monjes de la Pakana“ übersetzt: Mönche von Pekan.



























Das ist eine Pycnophyllum Molle.












ein Vicunja -


Wir näherten uns nun dem Salar de Tara.


Der See liegt in 4.310 m Höhe und ist eine Salzpfanne in der Atacama. Er ist eingebettet in der Hoch-Puna rund 120 km östlich von San Pedro.





















Man sieht, wie kalt es hier ist.















In dieser fantastischen Landschaft gab es nun für alle ein kleines Mittagessen.













Noch ganz beeindruckt von der Schönheit und Vielfalt dieser einzigartigen Wüste erreichten wir gegen 15 Uhr wieder San Pedro.
Hier war es heute bedeutend wärmer als an den Tagen zu vor.
Auf der Plaza gingen wir noch einen Kaffee trinken, bevor wir langsam auf den Weg zurück zur Unterkunft begaben.
Zum Abendessen gab es heute in einem sehr schönen Restaurant für Ralf ein Steak mit süßen Zwiebeln und gebackene Kartoffeln – gewöhnungsbedürftig, aber sehr lecker – und für mich einen Quinoah-Salat mit Oliven, Gurken und anderen Gemüsesorten. Er war köstlich.






Total müde fielen wir heute ins Bett.


Um 6.30 Uhr standen wir auf, packten unsere Koffer und deponierten sie an der Hotelrezeption, denn am Spätnachmittag sollte unsere Urlaubsreise bereits weitergehen in Richtung Bolivien.

Trotzdem stand vorher noch eine weitere Atacama-Tour auf unserem Programm. Um 7.30 Uhr wurden wir wieder mit einem Geländewagen am Hotel abgeholt. Die Minigruppe bestand auch diesmal aus 6 Personen, und zwar ein Pärchen aus Ungarn, zwei Spanierinnen aus Valencia und Madrid und wir.


Ein kleines Bächlein


Verwilderte Esel und im Hintergrund die ersten Bäume in dieser Wüste. Hierbei handelt es sich um den Tamarugo-Baum (Prosopis tamarugo), der sorgar mitten in der Wüste 20 m hoch werden kann, denn er benötigt keinen Regen, sondern begnügt sich mit Tau und dem hier sehr salzigen Grundwasser, an das er mit seinen bis zu 15 m langen Wurzeln herankommt. Sein Holz dient zum Heizen, seine Blätter als Futter für Ziegen und Schafe und seine nussartigen Früchte als Nahrung für Mensch und Tier.


Ein Vulkan mit Rauchfahne.





Unser erstes Ziel war der Salar de Atacama.








Der Salar de Atacama ist das größte aktive Evaporit-Becken in Nordchile. Der Salar liegt in einer abflusslosen Senke, die gleichzeitig ein tektonischer Graben ist, am Fuß der Andenkordilliere und ist umgeben von zahlreichen besiedelten Oasen.



Unsere kleine Gruppe beobachtet die Flamingos.












Die Salinenkrebse – Artemia franciscana Kellogg – das Futter der Flamingos -



Das Salz des Salar.





Die Oase Socaire liegt in der Andenkordilliere auf 3.312 m am Weg zum Sico-Pass zur Grenze mit Argentinien. Hier leben 165 Menschen. Sie betreiben Landwirtschaft auf Feldern, die an den Berghängen in Terrassen angelegt sind.







Die alte Kirche San Santiago.






Der bescheidene Innenraum der Kirche.



Auf unserer Weiterfahrt kreuzte ein Andenschakal (Lycalopex culpaeus) unseren Weg.





Der Vulkan Miniques ist ein massiver Vulkankomplex mit einer großen Anzahl von Kratern und Vulkankegeln. Seine höchste Erhebung beträgt 5.910 m.





Die Lagune Miscanti liegt auf 4.140 m in der Puna der Anden am Fuß des gleichnamigen Vulkanes (5622 m). Der See gehört als wichtiges Biotop zum Nationalreservat Los Flamencos. An seinen Ufern nisten Flamingos.

































Unser Geländewagen für diese Tour, mit dem wir nun weiterfuhren.



Camino del Inka.


Unser nächstes und letztes Ziel, die Oase Toconao, war erreicht. Sie liegt 36 km südöstlich von San Pedro am östlichen Rand des Salar de Atacama auf 2.501 m Höhe. Gegenwärtig leben hier 630 Menschen in 331 Häusern.
In der Nähe gibt es Minen, in denen Lithium, Natrium, Borax und Kalium abgebaut werden.











Der Glockenturm von San Lucas steht auf der Plaza de Armas, isoliert von der Kirche auf der gegenüberliegenden Straßenseite.


Danach ging es zurück nach San Pedro, wo wir um 14 Uhr eintrafen.

Mit dem Reiseveranstalter, bei dem wir diese drei Touren durch die Atacama gebucht haben, waren wir sehr zufrieden. Nicht nur, dass die jeweiligen Fahrer der Geländewagen uns gut und sicher durch die Wüste gebracht haben, denn es ging sehr oft kreuz und quer über die Berghänge – soweit es sich nicht um das Nationalreservat handelte -. Auch unsere Guides waren sehr kompetent, haben uns in Spanisch und Englisch alles erklärt und fast jede Frage beantwortet.

Auf der Plaza de Armas in San Pedro haben wir noch einen Kaffee getrunken und dabei mit zwei jungen sympathischen Niederländerinnen am Tisch gesessen. Es entwickelte sich eine angeregte und sehr angenehme Unterhaltung. Danach ging es zum Hotel zurück, wir holten unser Gepäck und begaben uns diesmal zu Fuß zum Busbahnhof, denn der Weg war nicht weit.

Um 16.50 fuhren wir ab in Richtung Calama – 174 km - und kamen 80 Minuten später dort an.

Calama ist eine unattraktive Bergbaustadt, die uns nur zum Übernachten diente, da es am nächsten Morgen ganz früh mit dem Bus nach Bolivien weiterging. Da in diesem Ort alle Hotels von den Arbeitern der lukrativen Kupferminen mit Beschlag belegt werden, waren wir froh, dass Ralf bereits von zu Hause aus lange vorher eine Hotelreservierung über Booking.com vorgenommen hatte.

Wir nahmen uns also ein Taxi und ließen uns zu dem vorgebuchten Hotel bringen.

Zu unserer großen Überraschung teilte man uns an der Rezeption mit, dass keine Reservierung für uns vorliege und man – natürlich – auch kein freies Zimmer für uns habe. Die zuständige Dame suchte alle Unterlagen durch und fand keine Reservierung von Booking.com für uns. Oh, oh, ich ahnte Fürchterliches und sah mich schon am Busterminal auf der Bank übernachten.

Die Frage, ob der Fehler bei Booking.com lag oder ob man in dem Hotel ganz einfach geschlampt hat, ließ sich vor Ort nicht beantworten. Es hätte sowieso nichts an der Sache geändert.

Die besagte Dame war aber sehr hilfsbereit und versuchte telefonisch, irgendwo im Ort noch ein freies Zimmer für uns zu bekommen. Währenddessen saßen wir im Garten des Hotels und warteten. Es war bereits mehr als eine Stunde vergangen, da kam sie mit der positiven Nachricht zu uns, dass sie etwas gefunden habe, es sei aber teurer. Das war uns in dem Moment ziemlich egal.

Die Chefin oder Eigentümerin des Hotels, die alles mitbekommen hatte, brachte uns mit ihrem PKW nun zu dem Hotel. Wie sie uns erklärte, sei es ganz neu und erst vor 14 Tagen eröffnet worden. Es lag vollkommen außerhalb von Calama an einem Weg buchstäblich im Nichts.

Durch eine große Mauer und ein Riesentor war es von außen nicht einsehbar. Nach dem Klingeln öffnete sich das Tor und wir standen vor einem eingeschossigen runden Bau.

Bevor wir aus dem Wagen ausstiegen, bestellte die hilfsbereite Dame telefonisch noch ein Taxi für uns für den nächsten Morgen um 5 Uhr.

Dann kam eine Angestellte des Hotels und ging mit uns um das Gebäude herum. Jedes Zimmer hatte einen Namen. Man konnte es von draußen betreten und vor jedem Zimmer befand sich ein PKW-Abstellplatz. Dieser Abstellplatz ließ sich mit einem Tor zufahren, so dass er nicht einsehbar war. Eine Rezeption gab es nicht, genauso wenig wie eine Anmeldung ausgefüllt werden musste.

Die Hotelangestellte zeige uns unser Zimmer. Groß mit einem ganz großen Bett, auf der einen Seite des Raumes befand sich ein Yakuzzi, daneben eine komfortable Dusche und eine Tür zur Toilette mit Waschbecken. Es kam mir alles sehr seltsam vor und so langsam „klingelte“ es bei mir. Wir befanden uns in einem edlen Stundenhotel!!!! Es konnte gar nicht anders sein.

Etwas später kamen die Eigentümer vorbei, um uns zu begrüßen. Auf Ihre Frage, ob wir noch einen Wunsch hätten, gaben wir zur Antwort, dass wir Hunger haben und es hier keine Möglichkeit gibt, an Essen zu kommen. Sie versprachen, uns eine Telepizza kommen zu lassen. Als wir das Zimmer bei ihnen bezahlt hatten, verabschiedeten sie sich.

Ralf hatte das Bedürfnis, erst einmal zu duschen, aber es gab nur kaltes Wasser. Nachdem wir die Toilette benutzt hatten, ging die Spülung nicht. Es war alles sehr frustrierend aber immer noch besser, als irgendwo auf einer Parkbank oder im Busterminal zu übernachten.

Eine Stunde später kam endlich die Telepizza, wir hatten gar nicht mehr damit gerechnet. Sie schmeckte aber nur furchtbar und nachdem wir ¼ davon gegessen hatten, waren wir „satt“.

Unsere größte Sorge war, dass am nächsten Morgen das Taxi nicht kommen würde. So haben wir also nicht besonders gut geschlafen.


Ich war bereits um 4 Uhr wach.
Aber wir hatten Glück im Unglück. Punkt 5 Uhr – wie vereinbart – stand tatsächlich das Taxi vor der Tür. Uns fiel ein riesiger Stein von der Seele.

Ich habe mich nur darüber geärgert, dass ich überhaupt nicht daran gedacht habe, von unserem Zimmer ein Foto zu machen. So haben wir leider nur nachstehenden Prospekt.





- morgens kurz nach 5 Uhr an der Bushaltestelle in Calama -


Die Passagiere bestanden vorwiegend aus Bolivianern mit ganz viel Gepäck sowie einigen anderen Touristen.
Punkt 6 Uhr kam der Bus, diesmal alles andere als komfortabel und mordern. Er hatte bereits etliche Jahre auf dem „Buckel“ und die Sitze waren eng und unbequem. 10 Minuten später setzte er sich dann auch in Bewegung. 427 km lagen nun vor uns.


Die Atacama ließ noch einmal grüßen.



- kurz vor der Grenze -.


Gegen 12 Uhr mittags erreichten wir die chilenische Grenze. Es dauerte eine Stunde, bis alle Formalitäten erledigt waren und wir weiterfahren konnten.
Im Niemandsland hielt unser Bus neben einem noch älteren bolivianischen Bus, in den wir nun umsteigen mussten.


Mit ihm ging es nun weiter zum bolivianischen Grenzposten in Avaroa auf 3.702 m Höhe. Die Kontrolle hier verlief sehr zügig.



- Züge an der Grenze -


Nach zwei Stunden Grenzaufenthalt ging es um 14 Uhr weiter, diesmal über Schotterpisten durch das bolivianische Hochland. Gegen 17 Uhr kamen wir in U y u n i / Bolivien an.



Die Guides in der Atacama hatten uns bereits darauf aufmerksam gemacht, dass es in Uyuni noch bedeutend kälter sei als in der Wüste auf 5.000 m. Umso überraschter waren wir, als wir den Bus verließen. Kein kalter Wind – überhaupt kein Wind – und sehr angenehme Temperaturen.
Wir hatten uns scheinbar genau den richtigen Tag ausgesucht.

In dem vorgebuchten Hotel bekamen wir unser Zimmer, begaben uns anschließend zur Bank zum Geldwechseln und besorgten uns danach die Busfahrkarten bereits für den nächsten Tag nach Sucre.

Wir wären gern noch einen Tag länger hier geblieben, aber durch Ralfis Denkfehler bei der übersehenen Nachtfahrt im Bus in Chile hingen wir unserem Reiseplan einen Tag hinterher. Aufgrund der vorgebuchten Hotels und Busfahrten mussten wir aber unbedingt wieder in unseren Zeitplan kommen.

Das Städtchen mit seinen ca. 14.000 Einwohnern liegt im bolivianischen Altiplano auf 3.671 m Höhe.
Ackerbau ist in dieser kargen Landschaft praktisch unmöglich, Wasser ein sehr seltenes Gut.
In dieser Hochlandeinöde ist es so kalt und windig, dass die wenigen Bäumchen von Uyuni mit schweren Gummireifen vor dem eisigen Wind geschützt werden müssen.

Uyuni wurde 1889 als Garnisonsstadt gegründet und jemand anders als die dienstverpflichteten Soldaten wäre hier auch kaum anzusiedeln gewesen. Heute wäre Uyuni längst in völliger Bedeutungslosigkeit versunken, läge nicht direkt vor seiner Haustür der Salar de Uyuni.



unser Hotel -



- der Ort Uyuni -








Nun nahmen wir uns ein Taxi und ließen uns zum 30 km entfernten Salar de Uyuni bringen.













Salz wohin das Auge schaut: 10 Milliarden Tonnen auf einer Fläche von 12.000 Quadratkilometern, drei bis fünf und an einer Stelle sogar über 90 Meter dick und fest genug, um von Jeeps und sogar von Lastwagen befahren zu werden. Jährlich werden 25.000 Tonnen abgebaut und in die Städte transportiert.
Der Salar de Uyuni ist die größte Salzpfanne der Erde. Die Salzkruste wurde vor über 10.000 Jahren durch das Austrocknen des Paläo-Sees gebildet.
Mit gleißender Helligkeit am Tag und sehr kalten Nächten ähnelt er äußerlich einem zugefrorenen See.
Darüber hinaus gilt der See als eines der weltweit größten Lithiumvorkommen. Er ist so gut wie frei von jeglicher Art von Lebewesen.

- Salzverladung auf LKW -














- Menschen bei ihrer schweren Arbeit -























Am Rande des Salar de Uyuni liegt das Hotel „Cristal Samana“. Es ist vollständig aus Salz gebaut.











- Wir durften auch im Inneren des Hotels fotografieren. -








- Wir waren fasziniert von diesem außergewöhnlichen Hotel.
Es war von uns zu Hause beabsichtigt, auch eine Nacht in diesem Salzhotel zu verbringen. Da es aber direkt am Salzsee liegt und 10 km von Uyuni entfernt ist, wären wir – auch mit dem Essen – vollkommen auf das Hotel angewiesen gewesen. So haben wir es uns dann doch anders überlegt. -








Anschließend brachte uns das Taxi zurück nach Uyuni.
Am Abend haben wir in einem sehr netten einheimischen Restaurant gegessen. Für meinen Ralf gab es heute 3 Glas Wein und Lamasteak mit Pommes, für mich Mineralwasser und Hühnerbrust in Knofisoße und Reis. Beide Gerichte schmeckten sehr gut.
Nach einem Kaffee für mich zum Abschluss ging es zum Hotel zurück. Wir fielen müde ins Bett, nachdem wir die letzte Nacht so schlecht geschlafen hatten.


Um 7 Uhr waren wir munter und nach dem Frühstück im Hotel unternahmen wir noch einen kurzen Bummel durch den Ort.





- eine ausrangierte Lok als Museumsstück an der Hauptstraße -












- die kleine Plaza von Uyuni -





















- Das ist Emanzipation: Eine Frau bei Straßenbauarbeiten -


Rechtzeitig gingen wir zurück zum Hotel, holten das Gepäck und ließen uns mit einem Taxi zur Bushaltestelle bringen. Kurz nach 10 Uhr war Abfahrt. Der Bus war ein „altes Schätzchen“, nicht zu vergleichen mit den chilenischen Bussen. Die Straße war gut und es ging über Serpentinen durch das karge Hochland, vorbei an kleinen Dörfern. Bis nach Sucre lagen nun 355 km vor uns.







- Unsere schlafende Nachbarin -



Wir im Spiegel der Busscheibe













Nach kurzer Zeit fuhr der Bus immer schneller. Die Kurven wurden komplett geschnitten – es erinnerte mich an ein Autorennen – und Ralf und ich fühlten uns immer unwohler, während die Einheimischen vor sich hin dösten und sich nicht aus der Ruhe bringen ließen. In den Kurven, in die der Bus mit rasanter Fahrt ging, schaukelte er von rechts nach links. Ralf hat schon gar nicht mehr aus dem Fenster gesehen.






Ich musste unwillkürlich daran denken, wie oft hier in den südamerikanischen Anden schwere Busunfälle passieren, weil der Fahrer aufgrund überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hat.
Froh war ich nur darüber, dass das Wetter gut und die Straßen trocken waren.











Eine kurze Pause zum Durchatmen, bevor die rasante Fahrt weiterging.







Nach einiger Zeit verdunkelte sich vor uns der Himmel bedrohlich. „Oh nein, jetzt nicht auch noch Regen“ habe ich mir im Stillen gedacht. Die halsbrecherische Fahrt ging weiter. Am liebsten wäre ich zum Fahrer gegangen und hätte ihn angeschrien, ob er uns alle umbringen wolle. Ralf blickte nur noch nach unten und sagte kein Wort mehr.

Dann zuckten die ersten Blitze, es donnerte gewaltig, ein Unwetter setzte ein und – ein Wunder – unser Busfahrer ging mit der Geschwindigkeit runter. Aus dem Starkregen wurde Hagel und nach kurzer Zeit war die Landschaft weiß.





Als der Hagel nachließ und es nur noch stark regnete, nahm unser Bus wieder ordentlich Fahrt auf. Ich habe nur noch vor mich hin gebetet, lieber Gott, lass mich heil ankommen. Um uns herum blitzte und donnerte es in einer Tour.



Potosi, der Ort in dem wir umsteigen mussten, war schon zu sehen, da kam ein Blitz und gleichzeitig ein ohrenbetäubender Knall, der Bus hob sich hinten leicht hoch und blieb kurz darauf stehen. Ich weiß nicht mehr, wann ich mich jemals so erschrocken habe. Der Fahrer versuchte, den Bus wieder zu starten, aber das Fahrzeug gab keinen Mucks mehr von sich. Die Elektrik machte gar nichts mehr.
Nun saßen wir alle da und warteten auf einen Ersatzbus und um uns herum tobte das Unwetter.

Nach ca. 15 Minuten sprang der Bus dann doch wieder an und es ging im Schleichtempo die letzten wenigen Kilometer nach Potosi. Wir hatten es geschafft, wir waren heil und gesund angekommen. Dem Himmel sei Dank!!!

Es ist kaum zu fassen, aber gemäß Fahrplan waren für die Strecke Uyuni/Potosi fünf Stunden angegeben. Unser Bus hat es trotz der vielen Serpentinen in 4 Stunden und 15 Minuten geschafft. Da kann man sich in etwa vorstellen, wie dieser Idiot „genagelt“ ist. Man sollte ihn aus dem Verkehr ziehen.


Der moderne Busbahnhof des kleinen Ortes Potosi. Wenn ich da an den gammeligen Busbahnhof in dem „vornehmen“ Marbella denke …......


Wir stiegen also nun in einen anderen Bus Richtung Sucre um. Diesmal konnten wir entspannen, denn es ging in einem dem Wetter und der Straße angemessenen Tempo weiter. Der Regen hörte langsam auf und die Wolken wurden nach und nach weniger.

Endlose Serpentinen führten auch hier durch eine grandiose Bergwelt hinab nach Sucre. Je tiefer wir kamen, desto häufiger sahen wir schöne alte Haciendas. Hier lebten die Familien der spanischen Minenbesitzer Potosis.

Gegen 19.00 Uhr erreichten wir fahrplanmäßig unser nächstes Ziel, die weiße Kolonialstadt S u c r e. Ein Taxi brachte uns in das Stadtzentrum zu dem vorgebuchten Hotel. Das war wirklich eine schöne Unterkunft.

Sucre ist die konstitutionelle Hauptstadt Boliviens und Sitz des obersten Gerichtshofes. Nach der Unabhängigkeit von Spanien im Jahre 1825 wurde sie Hauptstadt des neuen Staates Bolivien. Aufgrund des wirtschaftlichen Niedergangs von Potosi sowie der schlechten Verbindungen mit dem Rest des Landes wurde Sucre im Jahre 1899 als Regierungssitz zugunsten von La Paz aufgegeben. Wir unternahmen sofort einen kurzen Bummel durch den Ort und ich war von den warmen Temperaturen hier sehr angetan.
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Die Kathedrale -


An der Rezeption unseres Hotels hatten wir uns ein Restaurant empfehlen lassen. Es lag direkt an der Plaza 25 de Mayo im ersten Stock. Aufgrund der sommerlichen Wärme nahmen wir einen Tisch auf dem Balkon und genossen von hier aus den Ausblick auf die Plaza und das bunte Treiben.

Ralf bestellte sich ein Steak mit Zwiebeln und Pommes und ich mal wieder Hähnchen – diesmal mit einer leicht scharfen Currysoße und Reis. Beides war sehr lecker. Dazu gab es für mich 2 Flaschen Cola – ich hatte großen Durst – und einen Kaffee hinterher und für Ralf Rotwein.


mein Curry-Hähnchen -


Danach drehten wir noch eine Runde über die Plaza.










Die Casa de la Libertad mit dem schmucken Eingangstor









Das Restaurant, in dem wir in der ersten Etage auf dem Balkon gegessen hatten.


Gegen 22 Uhr gingen es zurück zum Hotel.
Ich lag im Bett und war hellwach, konnte nicht schlafen. Es muss an den zwei Flaschen Cola und dem Kaffee gelegen haben. Das war wohl zu viel des Guten, aber irgendwann überkam mich dann doch die Müdigkeit.


Um 7.30 Uhr sind wir aufgestanden.
Das Frühstück im Hotel war richtig gut. Für mich gab es Ananas, Papaya, Banane und Apfel mit Joghurt und danach zwei Stück Kuchen und für Ralf Brötchen mit Marmelade. So gestärkt stand einem ausgiebigen Stadtbummel nichts mehr im Wege.

Das Wetter meinte es auch gut mit uns. Sonne und 26 Grad waren wirklich ideal.



Nach den Höhen des Altiplano fühlt man sich in der auf 2.790 Meter liegenden Stadt richtig wohl. Sie zählt heute über 400.000 Einwohner und hat eine ausgesprochen entspannte Atmosphäre und ein andalusisch anmutendes Flair.





Die Kathedrale an der Plaza 25 de Mayo.


Mit ihren wunderschönen weißen Kolonialbauten, den gepflegten Plazas und Parques ist Sucre die schönste Stadt Boliviens. Sie gilt auch als die am besten erhaltene spanische Kolonialstadt Südamerikas und wurde 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.


Alcaldia Municipal de Sucre.












Portal der Casa de la Libertad bei Tageslicht















Die Zebras passend zum Zebrastreifen passen auf, dass die Fußgänger sicher die Straße überqueren können.



Eine der unzähligen kleinen Kirchen der Stadt.















Das ist ausnahmsweise mal keine Kirche, sondern das Hospital de Sta. Barbara.
























Der oberste Gerichtshof



Polizei











Nach einer kurzen Kaffeepause besuchten wir die Markthallen von Sucre.







































Die beiden Hunde „bewachen“ den Fleischstand













































Fette süße Torten ohne Ende
















Am Nachmittag kehrten wir zum Hotel zurück. Ralf hielt seine Siesta und ich erledigte einige e-mail-Post, denn die Internetverbindung hier war sehr gut.

Ewas später sah es danach aus, als würde ein Gewitter heranziehen. Aber es zog an Sucre vorbei.


Blick von der Dachterrasse auf die Gewitterfront.



Hier ist schon wieder alles weggezogen.


Unser Hotel ist auch ein Haus im Kolonialstil in einer kleinen ruhigen Gasse, ca. 300 Meter von der Plaza entfernt. Alle Zimmer liegen zum Innenhof. Es ist komplett durchrenoviert, hat aber seinen Charme nicht verloren.







Kurz vor Einbruch der Dunkelheit machten wir uns wieder auf den Weg






In einem gemütlichen Restaurant – gelegen in einem Innenhof – ließen wir es uns heute gut schmecken. Für mich gab es asiatisches Hähnchen mit Gemüse und Reis, für Ralf gebratenes Rindfleisch mit Pfeffersoße und Pommes.



Eine bolivianische Biermarke


Kurz vor Einbruch der Dunkelheit machten wir uns wieder auf den Weg.


Um 7 Uhr war der Schlaf vorbei.
Im Hotel gab es für uns heute ein Superfrühstück: für mich Ananas, Papaya und Banane mit Joghurt



und danach drei Crepes mit Sirup!!! Ich war „pappsatt“ und kann mich nicht erinnern, wann ich jemals zum Frühstück so viel gegessen habe. Ralf dagegen war bescheiden, er aß nur zwei Crepes mit Sirup.

Heute stand unsere Tour nach Potosi auf dem Programm. Da dieser Ort nur zwei Stunden Busfahrt entfernt ist, haben wir uns kurzfristig entschlossen, den Ort in einer Tagestour anzusehen und abends wieder zurück in Sucre zu sein. So konnten wir unser Gepäck hier lassen und brauchten auch kein Hotel in Potosi zu suchen.

Wir riefen ein Taxi, das uns zum Busbahnhof brachte und pünktlich um 9 Uhr fuhr der Bus ab. Ich habe nur gehofft, dass der Fahrer genug Verantwortungsbewusstsein hat, um seine Passagiere sicher nach Potosi zu bringen, schließlich war mir noch die nervenaufreibende Fahrt von Uyuni nach Potosi in bester Erinnerung und so etwas wollte ich nieeee wieder erleben.

Aber diesmal ging alles gut. Es war eine sehr entspannte Tour durch die Berge und auch das Wetter spielte mit.





Wir nähern uns unserem Ziel. Blick auf die ersten Häuser von Potosi und im Hintergrund kommt der „Cerro Rico“ zum Vorschein.


Gegen 11 Uhr erreichten wir nach 155 km den Busbahnhof. Hier fand gerade eine Fiesta statt.



Diese Stadt mit ihren 190.000 Einwohnern liegt auf 4.000 m in der Hochebene des Altiplano in einer kargen, steppenhaften Gegend. Sie gehört zu den höchstgelegenen Großstädten.

Sie war über Jahrhunderte die reichste Stadt der Welt. Diesen Reichtum verdankte Potosi dem 4.800 m hohen kegelförmigen Cerro Rico, dem reichen Berg, der die Stadt überragt und einst voller Silberadern war.

Heute leben die meisten Einwohner von den Resten an Zinn und Zinkerz, die in Handarbeit dem Berg abgetrotzt werden.



Cerro Rico


Ein Taxi brachte uns auf den Berg.

Um das Jahr 1550 wurde die Ausbeutung des Berges durch die Spanier in großem Stil voran getrieben. Unbarmherzig kommandierten sie ganze Dörfer von Hochlandbewohnern in die unzähligen Bergstollen ab. 300 Jahre lang füllte der Reichtum des Cerro Rico die Staatskassen Spaniens mit insgesamt 60.000 Tonnen Silber.

Bis zum 18. Jh. hatten bis zu 8 Millionen Indigenas (indianische Zwangsarbeiter) in diesem Berg den Tod gefunden. 1952 wurde der Bergbau verstaatlicht.




Wie früher, so werden auch heute noch in Handarbeit und mit Dynamit Stollen in den Berg getrieben. Diese werden weder abgestützt noch in irgend einer Form belüftet. Die Bergleute kauen unentwegt Cocablätter, um die harte Arbeit durchhalten zu können.


Der Cerro Rico ist mittlerweile durchlöchert wie ein schweizer Käse.



Ralf unterhält sich mit einigen Bergleuten.


Die Lebenserwartung der Minenarbeiter beträgt nur 45 bis 50 Jahre. Auch einige tausend Kinder arbeiten noch heute in den Minen.

Überreichung des zweiten Glückshormons an einen Bergarbeiter





Der kleine Laden, in dem die Arbeiter u.a. Dynamit, Hochprozentiges, Cocablätter kaufen können.







Mittlerweile können auch Touristen die Minen besuchen, aber gebückt durch Gänge zu laufen, bei denen es nur eine Frage der Zeit ist, wann der nächste Stollen unter dem Gewicht von Millionen Gesteinstonnen darüber zusammenbricht, ist nicht jedermanns Sache.



Obwohl ein Untertagebesuch dieser Minen von Potosi, der insgesamt drei Stunden dauert, eines der eindrucksvollsten Erlebnisse einer Bolivienreise ist, war ich nicht damit einverstanden, dass Ralf dieses Vorhaben aufgrund der Gefahren in die Tat umsetzt. Er hat es schließlich auch eingesehen.



Ich hatte bei diesem Besuch ein sehr beklemmendes Gefühl und fragte mich ernsthaft, was wir hier eigentlich tun. Schon vorher habe ich viel Schlimmes über die harte Arbeit der Menschen und auch über die Minenkinder von Potosi gelesen.





Blick auf Potosi vom Cerro Rico aus.


Nachdem wir einem der Minenarbeiter noch ein paar Steine abgekauft hatten, die er uns anbot, ging es mit dem Taxi zurück in den Ort.




An der Plaza von Potosi.




















Aufgrund der Höhenlage war es recht frisch hier.



























- ein kleiner Markt -









- Ein „alter Mann“ schleppt sich die Straße hoch. -


Zwischendurch haben wir in einem Lokal etwas getrunken und um 15.30 ging es mit dem Bus zurück nach Sucre.


Eine Mutter mit ihrem schlafenden Kind.


Erst gegen 19 Uhr kamen wir in Sucre an.

Ein Taxi brachte uns zum Hotel zurück und anschließend ging es zum Abendessen. In einem gemütlichen Restaurant bestellten wir heute Chicken Tandoori mit Linsen und Reis für mich und für meinen Ralfi zwei Spieße Lamafleisch mit Paprika und Pommes und dazu wie immer, die leckere Llajhua-Paste. Anschließend unternahmen wir noch einen Bummel um die Plaza.


Der Glockenturm der Kathedrale







Gegen 22 Uhr kehrten wir zum Hotel zurück.
Das Wetter war hier heute kühler als an den Tagen zuvor.


Um 7 Uhr standen wir auf und das Frühstück war wieder ganz nach meinem Geschmack.
Da am Nachmittag unsere Reise weitergehen sollte, wurde mal wieder gepackt und die Koffer an der Hotelrezeption deponiert.

An der Plaza auf einer Bank haben wir anschließend die Stunden vertrödelt.












Gegen Mittag fand auf der Straße rund um die Plaza ein Autorennen statt. Dafür war natürlich alles für den Verkehr gesperrt.

Die bolivianische Küche ist geprägt durch die indigene Bevölkerung und die Llajhua-Paste - eine sehr scharfe Paste aus Tomaten, Zwiebeln, Bolivianischem Koriander, Locoto und einer Prise Salz - darf bei keinem Essen fehlen. Wir waren begeistert von der Küche.
Die recht arme Bevölkerung ist sehr bedacht auf ihre gesunde Esskultur. Sie hat es geschafft, dass der US-amerikanische Fastfoodriese „Mc Donalds“ in Bolivien, dem einzigen Land der Welt, seine Filialen wieder schließen musste, weil kaum jemand hingegangen ist. Ein stolzes und konsquentes Volk. Somit gibt es dort kein Fastfood mehr.
Die Moral der Geschichte: Wir haben in keinem anderen Land, das wir besucht haben, so viele schlanke junge Menschen gesehen wie in Bolivien. Auch wer arm ist, weiß, wie man sich gesund ernährt. Evo Morales kann stolz sein auf sein Land. Andere Länder – auch Deutschland – sollten sich daran ein Beispiel nehmen.


Kurz vor 15 Uhr begaben wir uns zum Hotel, holten das Gepäck und fuhren mit dem Taxi diesmal nicht zum Busbahnhof, sondern zum Flughafen. Unser nächstes Ziel war Mendoza in Argentinien, allerdings in drei Etappen. Zuerst nach Santa Cruz in Bolivien, dann nach Buenos Aires und schließlich Mendoza.



Kurz nach 17 Uhr ging es erst einmal mit einer Embraer 190 der Amaszonas Air.........





Blick in das Cockpit der Maschine




nach Santa Cruz de la Sierra.

Die Flugzeit betrug lediglich 30 Minuten.
Mit tropischem Klima auf 437 m Höhe südlich des Amazonasbeckens ist Santa Cruz mit ihren 1,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt Boliviens.

Da es erst um 01.00 Uhr nachts nach Buenos Aires weitergehen sollte, blieb genug Zeit, um mit einem Taxi in die Stadt zu fahren und in einem Restaurant gut zu essen. Das hohe Verkehrsaufkommen kurz nach 18 Uhr und die mehrspurigen Straßen, die in die Stadt führten, erinnerten nicht mehr an das Bolivien, das wir kannten und kennen..

Auf der Terrasse eines sehr schönen Restaurants ließen wir uns das Abendessen schmecken. Für Ralf gab es ein Steak und eine gebackene und mit Käse und viel Butter gefüllte Kartoffel, für mich mal wieder gegrilltes Hähnchen mit Reis und Pfeffersoße, dazu für beide in einer braunen Soße gedünstete Zwiebeln. Es schmeckte alles sehr gut, aber die Portionen waren viel zu groß.






Gegen 22 Uhr ging es mit dem Taxi zurück zum Flughafen.
Diesmal mussten wir durch den Zoll, weil das nächste Ziel Buenos Aires war. Da wir bei der Einreise mit dem Bus nach Bolivien am Grenzübergang keine Einreisepapiere auszufüllen brauchten – was normalerweise immer erforderlich ist – mussten wir diese Einreisepapiere ganz einfach bei der Ausreise ausfüllen.

Als nächstes wurde jedes Handgepäckstück von einem Zöllner/Zöllnerin nach Drogen durchsucht. Anschließend ging es in eine Kabine und man wurde selbst noch nach Drogen abgetastet, dann stand der Ausreise nichts mehr entgegen.


Um 1.00 Uhr in der Nacht startete der Flieger mit Ziel Buenos Aires, wo wir kurz vor 4 Uhr morgens landeten.
Bei der Einreise nach Argentinien musste man nicht nur den Reisepass vorlegen, sondern es wurde gleichzeitig mit einer fest installierten Kamera ein Foto gemacht und ein digitaler Daumenabdruck genommen. Es ging alles sehr zügig. Die Uhr musste um eine Stunde vorgestellt werden.

Nach 5 Stunden Wartezeit ging es mit 1 ½stündiger Verspätung morgens um 9.00 Uhr weiter nach M e n d o z a.

Ankunft dort: 12 Uhr mittags. Wetter: bedeckt und ca. 23 Grad.

Mit einem Taxi ließen wir uns zu unserem Hotel bringen und unternahmen anschließend einen kurzen Bummel durch den Ort.


eine alte rote Straßenbahn -


Als uns die Müdigkeit überfiel, haben wir im Hotel erst einmal etwas geschlafen und uns danach wieder auf Erkundungstour begeben.

Mendoza hat mitsamt ihren Vororten etwa 1,1 Millionen Einwohner. Sie liegt auf 707 m Höhe im zentralen Westen Argentiniens am Fuß der Andenkordilliere, die an dieser Stelle die höchsten Erhebungen aufweist (Aconcagua 6.962 m). Das Klima ist trocken, sonnig und von den Temperaturen her gemäßigt.

Mendoza ist eine geschäftige Stadt mit breiten, baumbestandenen Alleen und stimmungsvollen Plätzen. Es gibt keine Straße, die nicht von riesigen alten Bäumen gesäumt wird.

Im Zentrum befinden sich insgesamt 5 Plazas, die nach meiner Meinung eigentlich keine „Plazas“ sind, wie wir sie aus vielen anderen südamerikanischen Städten kennen. In Mendoza handelt es sich eigentlich nur um große grüne Grasflächen mit einem alten Baumbestand und vielen Bänken.

Eine weitere Besonderheit sind die unglaublich breiten Bürgersteige – teilweise zwischen 5 und 6 Metern -. Sie sind gesäumt von Restaurants und Cafés, die alle einen Großteil ihrer Tische und Stühle auf den breiten Bürgersteigen stehen haben.




Wir suchten ein Reisebüro auf und buchten für den nächsten Tag eine Tour durch die Andenkordilliere mit Blick auch auf den Aconcagua.


In einem Restaurant bestellten wir uns etwas zu trinken. -


Gegen Abend suchten wir ein Parilla-Restaurant auf. Ich habe mir mal kein Hähnchen, sondern diesmal Beef-Carpacchio mit einem Salat und Orangensaft bestellt, während Ralf Ziege mit Kartoffeln in Sahne, dazu natürlich argentinischen Rotwein und hinterher ein großes Glas Fernet vorzog.




Rotwein aus der Weinregion Mendoza -



Ein weiteres tolles Restaurant auf dem Bürgersteig, das aber erst später öffnete. -


Nach diesem guten Essen fielen wir nur noch müde ins Bett.


Wir hatten gut geschlafen, standen um 6.30 Uhr auf und nach dem Frühstück warteten wir auf den Tourbus, der gegen 8.30 Uhr kam.

Es dauerte eine weitere Stunde, bis alle Touristen in und um Mendoza eingesammelt waren. Danach ging es ein Stück durch das Weinanbaugebiet in Richtung Berge. Es war ein warmer, sonniger Tag, aber über den Anden bildeten sich bereits die ersten Wolken.
























In der Nähe des Ortes Uspallata. Die Berglandschaft ähnelt dem Hochland Zentralasiens so sehr, dass Regisseur Jean Jacques Annaud sie als Kulisse für sein Filmepos „Sieben Jahre in Tibet“ auswählte.






Los Penitentes. Die Gipfel hier gleichen einer Schar Büßer in einer Prozession – daher auch der Name. Der Ort liegt nicht nur in einer traumhaft schönen Landschaft, sondern hat im Winter auch sicheren Schnee.






Im 2.850 m hoch gelegenen Skigebiet kann man dem Abfahrt- und Langlaufvergnügen frönen.
Alle Lifte und Anlagen sind auf dem neuesten Stand.












Die Brücke ist kein Bauwerk der Inkas, sondern ein durch Erosion natürlich gebildeter Felsbogen. Der Name kommt von der Vermutung, die Inkas seien bis hierher vorgedrungen. Der natürliche Bogen spannt sich 47 m hoch und 28 m breit über den Rio Mendoza.

An der Puente entspringt eine heiße schwefelhaltige Quelle, die das Gestein färbt. Dieser Umstand führte zur Errichtung eines Thermalbades, das 1953 durch einen Erdrutsch zerstört wurde.






Viele Souvenirs in der Nähe der Puente de Inca. -







Gegen Mittag machte unser Bus für eine Stunde an einem Restaurant Pause. Ralf und ich haben es vorgezogen, nichts zu essen, da es sich hier um eine „Massenabfertigung“ aus längst zubereiteten und warmgehaltenen Gerichten handelte. Wir zogen es vor, am Abend in Mendoza in einem Restaurant zu essen.
Mittlerweile hatte es sich hier über den Bergen vollkommen zugezogen und es war richtig kalt. Immerhin befanden wir uns jetzt auf 3.200 m Höhe.

Nachdem die Reisegruppe „gut“ gegessen hatte, ging es noch bis zur chilenischen Grenze und anschließend zum Aussichtspunkt mit Superblick auf den Aconcagua. Ich habe mir keine Hoffnungen gemacht, ihn zu sehen, denn es war alles komplett dicht.


so sieht er bei klarem Himmel aus -



Von der gleichen Stelle haben wir ihn „so“ gesehen – nämlich überhaupt nicht, er war komplett in den dichten Wolken verschwunden. Aber man kann ja nicht alles haben.


Anschließend ging es zurück nach Mendoza. Mittlerweile hatte es angefangen zu nieseln und auf den Bergen lag der erste Neuschnee.


Nachdem wir die Andenkordillere hinter uns gelassen hatten, war es wieder sonnig und warm.
Die Teilnehmer der Tour wurden zu ihren Unterkünften gefahren und kurz vor 20 Uhr war schließlich auch unser Hotel erreicht. Ca. 400 km sind wir heute mit dem Bus gefahren.

So langsam knurrte der Magen und wir machten uns auch sofort auf den Weg in ein sehr schönes Restaurant mit Tischen und Stühlen auf dem Bürgersteig. Bei richtig warmen Temperaturen genossen wir heute unser Essen. Für Ralf gab es Filet Mignon, eingewickelt in Spinat, mit Käse überbacken und dazu Püree sowie einen ganz trockenen Rotwein, für mich ebenfalls Filet Mignon – aber natur - und dazu Salat. Beide Gerichte waren super.

Gegen 22 Uhr kam das Sandmännchen.




Wir haben mal wieder super geschlafen. Gegen 7 Uhr wurde aufgestanden, danach gefrühstückt, die Koffer gepackt und ausgecheckt. Das Gepäck ließen wir – wie üblich – an der Rezeption deponieren. Da es heute für uns erst nach 20 Uhr mit dem Bus weiterging, blieb für eine ausgiebige Stadtbesichtigung noch der ganze Tag.


Die mit alten Bäumen gesäumten Straßen.



Eine der vielen „Plazas“ bzw. Grünflächen.



Heute war es sehr warm, so ca. 33 Grad. Eine kleine Pause auf der Bank im Schatten kam da gerade recht.



Die vielen Straßencafés und Restaurants auf den Bürgersteigen.


Auch hier besuchten wir die Markthalle, die nicht zu vergleichen war mit der bolivianischen in Sucre. Alles supersauber und superordentlich, aber dadurch strahlte sie auch bedeutend weniger Atmosphäre aus als andere Markthallen in Südamerika.
Aber gerade wegen dieser Sauberkeit – es war auch in Chile so – ist es überhaupt kein Problem für Touristen, in diesen Ländern Salat zu essen. Für mich gab es ihn fast jeden Abend. Nur in Bolivien habe ich darauf verzichtet.














Für diese beiden argentinischen Fleischer war es eine Freude, sich gemeinsam mit Ralf fotografieren zu lassen.


Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Parque General San Martin. In einem Café haben wir etwas getrunken und anschließend viel Zeit in dem Park auf einer Bank verbracht.









Schließlich ging es wieder zurück ins Zentrum und in der Fußgängerzone suchten wir noch einmal ein Straßencafé auf, um dort ganz gemütlich etwas zu trinken.

Aufgrund der am Abend vor uns liegenden langen Busfahrt wollten wir unbedingt vorher noch etwas essen. Ralf hatte sich in den Kopf gesetzt, die Chorizo-Wurst zu probieren, die er auf den Speisekarten hier in Mendoza glaubte gesehen zu haben. Also klapperten wir sämtliche Restaurants ab, an denen wir vorbei kamen, aber überall schüttelte man nur verwundert den Kopf.

Nun war sich mein lieber Mann sicher, diese Wurst auf der Speisekarte in dem Restaurant gesehen zu haben, in dem wir zwei Tage zuvor gegessen hatten. Also machten wir uns dorthin auf den Weg. Aber auch hier gab es diese Chorizo-Wurst nicht. Nun gingen wir wieder zurück zur Fußgängerzone. Die Zeit ging dahin und ich wurde langsam knatschig.

Wir bestellten uns in einem Restaurant eine Kleinigkeit und warteten und warteten und warteten..... Es wurde immer später. Letztlich konnten wir nicht länger sitzen bleiben - der Bus würde auch ohne uns abfahren - und sind im Eiltempo zum Hotel, haben das Gepäck geholt und mit dem Taxi zum Busterminal gefahren.

Ich war mittlerweile stinksauer, da ich seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte und mir der Magen „auf den Schuhsohlen“ hing. Immerhin lag eine 18stündige Busfahrt vor uns. Als wir am Busbahnhof ankamen, blieb nicht mehr viel Zeit. Ralf besorgte an einem Kiosk noch ein paar Kekse und dann stiegen wir ein.






Es war mal wieder einer dieser 2-geschossigen Superbusse, wie wir sie bereits aus Chile kannten. Da Ralf diese Strecke bereits von zu Hause aus gebucht hatte, war der beste Platz vorn vor der großen Panoramascheibe für uns reserviert.
Pünktlich um 20.45 Uhr war Abfahrt Richtung Süden nach Bariloche.









Das Innere des Busses: komfortabel, bequem und mit gaaanz viel Platz – besser als im Flieger.

Wir staunten nicht schlecht, als uns kurz nach der Abfahrt das Servicepersonal warmes Abendessen servierte – vergleichbar mit dem Essen auf Langstrecken im Flugzeug -. Mein leerer Magen hüpfte vor Freude und anschließend ging es mir wieder richtig gut.

Zwischenzeitlich war auch das Rätsel um die Chorizo-Wurst gelöst. Die hatte Ralf nämlich nicht auf der Speisekarte in Mendoza gesehen, sondern in Bolivien!!!!

Nach Einbruch der Dunkelheit bekamen die Passagiere Kissen und Decken und es wurde noch ein Videofilm gezeigt. Anschließend ging das Licht aus und es wurde still im Bus.


Bei Tagesanbruch war ich munter. Wir hatten beide gut geschlafen. Die Landschaft, die an uns vorüberzog, war nicht besonders reizvoll, eine flache, steppenartige Ebene soweit das Auge reichte und die Straße verlief stundenlang geradeaus.

Kurze Zeit später bekamen wir vom Servicepersonal das Frühstück serviert. Zwei leckere Stücke Kuchen und Kaffee.

Aber es ging noch weiter. Gegen Mittag hielt der Bus an einer Station, in der das Mittagessen für die Passagiere abgeholt wurde. Das war uns dann aber doch zu viel des Guten. Wir haben dankend abgelehnt.

Die Landschaft um uns herum begann sich nun langsam zu verändern. Es kamen zuerst kleine und dann größere Hügel, die Vegetation nahm zu und wir fuhren an den ersten Seen vorbei. Dann sah man auch die ersten schneebedeckten Berge und die Straße bekam immer mehr Kurven.














Gegen 15 Uhr hatten wir es dann endlich geschafft. Unser nächstes Ziel B a r i l o c h e in Nordpatagonien war erreicht. 1.200 km lagen hinter uns.

Bariloche mit seinen 126.000 Einwohnern liegt auf 893 m Höhe am Fuße der Anden und am Ufer des Lago Nahuel Huapi, der sich in der Mitte des gleichnamigen Nationalparks erstreckt. Der Ort ist berühmt für sein Skigebiet, aber auch für die schöne Landschaft, die zum Klettern und Wandern einlädt.

Der Name Bariloche kommt vom Mapuche-Wort „Vuriloche“ und bedeutet „Mensch hinter dem Berg“.

Die steil aufragenden Gipfel der Cerros – alle über 2.000 m hoch – umringen die Stadt und sorgen für schöne Postkartenmotive in jeder Himmelsrichtung.

Bariloche ist außerdem die Schokoladenhauptstadt Argentiniens. Die im 19. Jahrhundert eingewanderten Schweizer haben diesen Wirtschaftszweig aufgebaut.



Mit dem Taxi ließen wir uns zu unserer Unterkunft bringen, aber die war diesmal wirklich nicht „der Hit“. Jedoch für drei Nächte konnte man es aushalten.

Als erstes ging es nun in ein Reisebüro, denn die Weiterreise nach Südpatagonien war noch nicht geklärt und deshalb auch nicht vorgebucht. Eine Möglichkeit war ein Bus, der bis Calafate – unserem nächsten Ziel – 31 Stunden braucht. Bei aller Liebe zur Busfahrt – das war uns dann doch zu viel.
Als Alternative bot sich nur noch ein Flug an.
Wir gingen ins Büro von Aerolineas Argentina und ließen uns Tickets für Sonntag, den 24.11.2013 nach Calafate ausstellen.
Nun ergab sich folgendes Problem: wir kamen einen Tag früher an und dadurch mussten die bereits vorgebuchten Unterkünfte sowohl in Calafate als auch in Chaltén umgebucht werden. Zum Glück funktionierte das Internet und nach kurzer Zeit hatten wir alles wieder auf dem Laufenden.

Nun unternahmen wir einen kurzen Bummel durch den Ort zum Lago Nahuel Huapi. Mittlerweile hatte es sich bewölkt und es war – im Vergleich zu Mendoza – recht frisch.









Danach ging es noch einmal ins Reisebüro, um für morgen und übermorgen zwei Touren zu buchen.
Nachdem auch diese „Arbeit“ erledigt war, bekamen wir so langsam Hunger.

Seit Beginn unserer Reise – mit Ausnahme von Valparaiso und der Osterinseln – waren wir gezwungen, immer nur Fleisch zu essen. Aber hier in diesem Seengebiet bot sich für uns endlich mal wieder die Möglichkeit, frischen Fisch zu probieren.

In einem gemütlichen Restaurant bestellten wir uns Forelle – Ralf mit Kartoffeln, ich mit Gemüse und Salat. Die Zubereitung der Speisen erinnerte uns an Hausmannskost, schmeckte aber recht gut.

Danach ging es zur Unterkunft zurück und gegen 23.30 Uhr fielen wir müde ins Bett.


Erst um 8 Uhr sind wir heute aufgestanden und nach dem Frühstück – leider ohne Kuchen – stand ein ausgiebiger Spaziergang durch Bariloche auf unserem Programm.
Die Sonne schien und die Temperaturen fühlten sich ganz angenehm an.










"Guerilla knitting", das ist einfach nur eine Form von Straßenkunst, wie z.B. Graffitti.









- Blick auf den Lago Nahuel Huapi -










Diese Stadt wurde offiziell 1902 gegründet, sie entwickelte sich aber erst, als der südliche Streckenabschnitt der Bahnlinie Ferrocarril Roca 1934 bis Bariloche verlängert wurde. Zeitgleich begann Architekt Ezequiel Bustillo, eine Stadt nach europäischem Muster zu planen.

Heute ist Bariloche für seine sogenannte alpenländische Architektur berühmt, die aber durch Verwendung von einheimischen Harthölzern und besondere Steinkonstruktionen einen patagonischen Touch bekommen hat.







Besonders ins Auge fielen mir die vielen tollen Schokoladengeschäfte. Zum großen Teil werden diese Köstlichkeiten in Handarbeit hergestellt.












Ein Mobiltelefon oder eine Kamera aus Schokolade gefällig?































Zwischendurch haben wir etwas getrunken und gegen Mittag hielt Ralf in unserer Unterkunft eine Siesta, während ich einige e-mails geschrieben habe.

Um 15 Uhr wurden wir zu unserer ersten – kleineren – Tour abgeholt. Es war noch immer sonnig, windig und ca. 20 Grad.







Mit einem Sessellift ging es auf den Cerro Campanario.








Von hier oben bot sich uns ein fantastischer Panoramablick – zumal auch das Wetter mitspielte.
























- Blick auf Bariloche -






















- Als der Sessellift uns wieder nach unten gebracht hatte, kreuzten diese Graukopfgänse (Chloephaga poliocephala) unseren Weg. -








- Bei der Weiterfahrt fielen uns rechts und links der Straße die unzähligen blühenden Ginsterbüsche ins Auge. -







Gegen 19 Uhr waren wir wieder zurück.

Danach ging es zum Essen in ein ganz gemütliches und sehr gutes Restaurant. Als Vorspeise bekam Ralf geräucherte Forelle und ich Salat und als Hauptgericht für beide geräucherte Forelle mit Knoblauch-Soße, Kartoffeln und Gemüse. Die Forelle hatte eine ungewöhnliche rosa Farbe, da sie besonders eingelegt worden war. Ralf trank Rotwein dazu und ich Cola sowie zum Abschluss einen Kaffee.

Wir unternahmen hinterher noch einen Verdauungsspaziergang und gingen gegen 22.30 ins Bett.


Um 6.30 Uhr klingelte der Wecker, um 7 Uhr gab es Frühstück und pünktlich um 8 Uhr wurden wir zu unserer zweiten Tour abgeholt.

Mit von der Partie waren ein mexikanisches Ehepaar aus Mexico City – zu Ralfis großer Freude – ein Paar aus Argentinien, ein Paar aus Nordspanien sowie eine Familie mit zwei erwachsenen Jungen aus Venezuela, also mal wieder ganz international.

Anfangs sah das Wetter noch gut aus, aber nach und nach zog es sich immer mehr zu.



Ich habe bisher noch nie so viele Ginsterbüsche entlang der Straße gesehen wie hier.








Sie schienen kein Ende zu nehmen.







In Villa La Angostura am nordwestlichen Ufer des Lago Nahuel Huapi legte unser Minibus für ein zweites Frühstück eine Pause ein, auf das wir allerdings verzichteten, obwohl die verführerisch duftenden Backwaren in dem Café es mir sehr schwer gemacht haben.

Stattdessen unternahmen wir einen kleinen Rundgang durch das alpenländisch anmutende Städtchen. Leider begann es nun leicht zu regnen.







Dieser exklusive Urlaubsort auf 870 m Höhe hat 14.000 Einwohner.








Danach fuhren wir weiter auf der „Ruta de los Siete Lagos“ (Strecke der sieben Seen). Die Panoramen hätten bei Sonnenschein mit Sicherheit viel schöner ausgesehen.















- ein Korallenbaum - Erythrina







In San Martin de los Andes war Zeit zum Mittagessen – aber nicht für Ralf und mich.
Wir unternahmen auch hier einen Spaziergang.

Außerhalb der Urlaubszeit ist San Martin ein ruhiger kleiner Ort vor spektakulärer Kulisse, von der man heute wetterbedingt nichts sehen konnte. Er liegt am Lago Lácar im Parque Nacional Lanín auf 645 m Höhe und hat 31.000 Einwohner.
















In einem kleinen Park war Ralf total begeistert von den riesigen alten Araucaria-Bäumen (Araucaria araucana) .









- Araucaria-Blüte -



- Buick Coupe - Baujahr 1939




Auch dieser Oldtimer mit dem Schild „Rally Cape Horn“ hatte es meinem Gatten angetan.
Es handelte sich hier um eine 3-wöchige Oldtimer-Rally von Buenos Aires nach Ushuaia. Die Strecke führte durch die schönsten Orte von Argentinien und Chile.

Als wir gegen 18.30 Uhr nach Bariloche zurückkehrten, regnete es nicht mehr. Dafür war es jetzt windig und unangenehm kalt!!!

Abends im Restaurant gab es heute für Ralf geräucherte Forelle als Vorspeise und als Hauptgericht den Fisch gebraten mit Kartoffeln. Ich aß zuerst einen Tomatensalat mit Basilikum und Käse und danach – mal wieder – Hähnchen – aber diesmal gegrillt.

Während eines kurzen Spaziergangs durch die Kälte haben wir noch einige Fotos von den sagenhaften Schokoladengeschäften gemacht.















Neben den großen Schokoladenmengen gab es auch riesige Eistheken – denn schließlich war ja trotz der Kälte Frühsommer.






Dieses junge Pärchen genießt einen Rieseneisbecher für 2 Personen.


In unserem Hotelzimmer habe ich noch einige e-mails geschrieben, bevor gegen 22.30 das Licht ausging.


Heute konnten wir endlich diese Unterkunft hinter uns lassen.
Nach dem Frühstück um 7.30 Uhr wurde gepackt und ausgecheckt. Ein Taxi brachte uns zum Flughafen und um 11.20 Uhr startete der Flieger Richtung Süden nach El Calafate.

Ein letzter Blick auf Bariloche. Selbst von hier oben sieht man den gelben Ginster.









Schneebeckte Berge und große Seen im Süden Patagoniens.




Um kurz vor 13 Uhr landeten wir nach 1.400 Flugkilometern in El C a l a f a t e im tiefen Süden Patagoniens.

Beim Verlassen des Flughafengebäudes spürte man das raue Klima. Uns blies ein strammer kühler Wind entgegen, aber zum Glück schien die Sonne.
Die warmen Tage waren nun endgültig vorbei.

Ein Taxi brachte uns in den 23 km entfernten Ort zu unserer Unterkunft. Die Landschaft: sanfte baumlose Hügel und im Hintergrund die Berge der Anden.






Unser Hotel – es lag etwas außerhalb von El Calafate - war diesmal ein richtiger Glücksgriff. Ein eingeschossiges Gebäude ganz aus Holz mit großen, gemütlichen Zimmern einschließlich Bad und natürlich einer Zentralheizung, die hier das ganze Jahr über läuft.

Wir zogen uns warm an und unternahmen natürlich sofort einen ersten Spaziergang durch den Ort.



El Calafate ist Zentrum des Tourismus für den Nationalpark Los Glaciares mit dem bekannten Gletscher Perito Moreno am Fuße der Anden. Es ist eine rasch wachsende Kleinstadt im Südwesten Argentiniens am Ufer des Lago Argentino auf etwa 200 m Höhe.









Anfang des 20. Jahrhunderts wurde am Standort des heutigen El Calafate ein Versorgungspunkt für die Wolltransporte von den umliegenden Estancias aus eingerichtet.
Der Aufstieg von El Calafate begann 1943 mit der Einrichtung und Verwaltung des Nationalparks Los Glaciares.

Auch das Stadtbild hat sich gewandelt: von einem staubigen Ort zu einer hübsch aussehenden Stadt mit abwechslungsreichen Holzhäusern an gepflasterten Straßen.


- die Kirche von El Calafate -



- Viele schöne Restaurants gibt es hier und wenn man windgeschützt in der Sonne sitzt, lässt es sich sogar draußen aushalten. -



Man sieht es an Ralf: der Wind bläst von hinten.


Wir suchten eines der vielen Reisebüros auf und buchten für den nächsten Tag eine Tour zum Perito Moreno.

Zwischendurch tranken wir einen Kaffee zum Aufwärmen. Da in der Vergangenheit sehr viele Italiener nach Argentinien ausgewandert sind, erhält man überall nicht nur italienische Gerichte, sondern auch den guten Kaffe.

Um 19 Uhr ging es in ein Restaurant an der Hauptstraße. Nach kurzer Zeit war der „Laden“ brechend voll.
Unsere Vorspeisen – Ralfis rustikale Platte mit Schinken, Wurst, Lachs und anderen Leckereien schmeckte ihm sehr gut und mein Salat war auch lecker.






Aber unsere Hauptgerichte fielen ganz schlecht aus. Sie waren nicht nur fast kalt, sondern schmeckten fade. Ralfs Fleisch bestand zum größten Teil aus Fett. Wir ließen daher kurzerhand den größten Teil des Essens einpacken und haben mal wieder auf der Straße zwei herrenlose Hunde glücklich gemacht.

Gegen 23.30 Uhr kam das „Sandmännchen“.


Um 7 Uhr standen wir auf. Nach einem guten Frühstück – köstliche Kuchen und anderes Gebäck – wurden wir um 9 Uhr zur Tour abgeholt. Außer uns befanden sich noch ein Paar aus Frankreich und ein weiteres aus Holland in dem Kleinbus.

Es ging durch die hügelige, steppenartige Landschaft Patagoniens am Lago Argentino entlang.
















Die schneebedeckten Berge der Anden lagen nun vor uns und nach 80 km gaben die Berge erstmals den Blick frei auf den unter uns liegenden Perito Moreno.









- Die Abbruchkante des Gletschers mit Tele aufgenommen. Links im Bild ein Schiff -






Ca. 30 Minuten später erreichte unser Kleinbus die Schiffsanlegestelle am Lago Argentino. Wir bestiegen eines der Schiffe und es nahm Kurs auf den Gletscher.








Der Glaciar Perito Moreno ist einer der dynamischsten und am leichtesten zugänglichen Gletscher der Welt. Er ist 30 km lang, 5 km breit und die Abbruchkante zwischen 60 und 80 m hoch.








Außergewöhnlich sind jedoch nicht seine Ausmaße, sondern die Tatsache, dass er immer noch wächst. Täglich schiebt er sich um 2 m vorwärts und kalbt dabei riesige Eisbrocken.



Die majestätische Schönheit der Gletscher fasziniert und raubt einem den Atem.


Der Perito Moreno entstand, als eine flache Vertiefung in den Anden den von Niederschlägen begleiteten Pazifikstürmen ermöglichte, ihre nassen Ladungen östlich des Gebirgskamms als Schnee abzuladen. Der Schnee sammelte sich in der Vertiefung und wurde durch sein enormes Gewicht über Jahrtausende zu Eis gepresst. Mit der Zeit bewegten sich die Eismassen langsam ostwärts.



Die 1.600 qkm große Mulde des Lago Argentino, der größten zusammenhängenden Süßwassermasse des Landes, beweist, dass der Gletscher einst eine viel größere Fläche als heute bedeckte. Während bei den meisten Gletschern das Eis schwindet, bleibt der Glaciar Moreno in sich konstant.







Das Wetter war heute perfekt. Sonnig und zum Glück nicht mehr so kalt und windig.











Ein wahres Wunderwerk ist die Farbe der Gletscher. Wie entsteht ihr Blau?
Durch die Wellenlänge des Lichts und die Luftblasen. Kompaktes Eis besitzt kaum Luftblasen, so dass von dem Spektrum des eindringenden Lichts nur das kurzwellige Blau reflektiert, also sichtbar wird.

















Es ist kaum zu glauben, dass diese Abbruchstelle zwischen 60 und 80 m hoch ist.










Nachdem das Schiff zum Landesteg zurückgekehrt war, fuhren wir mit dem Bus auf die Península de Magallanes. Von dieser Halbinsel aus hat man einen grandiosen Ausblick auf den Gletscher. Zahlreiche Stahlstege, die zusammengenommen eine Länge von 4 km ergeben sowie mehrere Aussichtspunkte ermöglichen es, den Perito Moreno zu sehen, zu hören und zu fotografieren.












Es war wirklich so, die Geräusche des Gletschers konnte man hören. Es knackte und knarrte und mit einem ohrenbetäubenden Krach brach ein Stück Eis ab und stürzte in den Lago Argentino. Aber bis wir die Stelle mit den Augen gefunden hatten, um es zu fotografieren, war bereits alles vorbei.






















Hier am Perito Moreno - es war Ralf's Höhepunkt dieser Reise - überreichr er einen weiteren Glückshormon an Maria Guadalupe.










Noch ganz beeindruckt von der Schönheit der Natur fuhren wir zurück.

Info Klima: Der Wind bläst stets nur aus westlicher Richtung. Die Wolken regnen über den Anden ab, so dass im östlichen Teil des Landes Steppe vorherrscht. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt hier bei ca. 200 l.


- patagonische Landschaft -


Gegen 16 Uhr erreichten wir El Calafate und ließen uns direkt im Ort absetzen.
In einem Restaurant bestellte ich mir einen Cappucchino und Ralf genoss seine vier Tassen Kakao!!!
Danach ging es zum Hotel zurück.


- unsere schöne Unterkunft -


Am Abend haben wir in einem italienischen Restaurant sehr gut gegessen. Für mich gab es Salat und Risotto mit Lachs, für Ralf Lachstartar und anschließend Lachsforelle mit Pommes sowie einen Absacker zum Abschluss.

Nach einem anschließenden Bummel durch den Ort mit Besuch einiger Geschäfte ging es gegen 22 Uhr zum Hotel zurück.
Um 6.15 Uhr rappelte der Wecker. Nach dem Frühstück wurde ausgecheckt und mit einem Taxi ging es zum Busterminal. Fahrplanmäßig um 9 Uhr fuhr der Bus ab zu unserem nächsten Ziel, Chaltén am Cerro Fitz Roy. Entfernung: 215 km.
Die von zu Hause im Internet gebuchten Bustickets nach und von El Chalten hatten wir aufgrund unserer Fluges von Bariloche nach El Calafate ändern lassen.




Wettermäßig war es fast perfekt: ein wolkenloser Himmel mit einem – wie üblich – strammen kalten Wind.

Es ging durch hügeliges, steppenartiges Land Richtung Norden. Wir ließen den Lago Argentino hinter uns und die in der Ferne bereits sichtbaren Berge kamen nach und nach immer näher.





- Ganz in der Ferne sind Cerro Fitz Roy und Cerro Torre zu sehen. -



- Hier noch mit Teleobjektiv nah rangezoomt: Blick auf den Cerro Fitz Roy rechts und links davon der Cerro Torre auf chilenischer Seite. -





- Nun waren wir den Bergen bereits ein ganzes Stück näher – und das alles bei wolkenlosem Himmel. Ein unglaubliches Panorama. -




Kurz vor unserem Ziel hielt der Bus an einem Verwaltungsgebäude des Parque Nacional Los Glaciares. Alle Passagiere mussten aussteigen und wurden in einen Raum geführt. Dort händigte man allen eine Wanderkarte aus und informierte uns über das richtige Verhalten und die bestehenden Vorschriften in dem Nationalpark.




Danach fuhren wir weiter und um 12.30 Uhr war das Dorf El C h a l t é n erreicht.

Ein Taxi brachte uns zu dem gebuchten Hostal. Es war „na ja“, aber das Zimmer mit Bad hell, sauber und vor allem warm!!! Es ließ sich hier aushalten.

Aufgrund des schönen Wetters heute wollten wir den Nachmittag unbedingt noch ausnutzen und entschlossen uns daher zu einer ersten Wanderung von 2 ½ Stunden. Ich befürchtete, nach fast 4 Wochen ohne körperliche Anstrengungen keine oder nur noch wenig Kondition zu haben und aus dem Grund war diese kleine Tour ein guter Test.

Natürlich ging es bergauf – wie auch sonst – zu den Aussichtspunkten „Los Condores“ und „Las Aguilas“.







- Der 3.405 Meter hohe Cerro Fitz Roy. Aufgrund seiner Form und der extremen unberechenbaren Wetterverhältnisse gilt dieser Berg auch heute noch als außerordentlich schwer zu besteigen. Die meisten Versuche bleiben auch heute noch erfolglos.-








- Die Grenzziehung am Fitz Roy Massiv ist zwischen Chile und Argentinien umstritten. Eine gemeinsame Grenzkommission einigte sich 1998, die Grenzziehung in diesem Gebiet zu vertagen.-








- Der 3.102 m hohe Cerro Torre aus dem chilenischen Torre del Peine Nationalpark. Er ist nur durch einen Gletscher vom Cerro Fitz Roy getrennt.
Es war mehr als großes Glück, dass wir den Cerro Torre zu sehen bekamen, denn er ist fast das ganze Jahr über von Wolken umhüllt und es gibt nur kurze Augenblicke, in denen er sich zeigt.-




- Blick auf El Chaltén -









- noch ist der Cerro Torre sichtbar -



- die Wolken „krabbeln“ so langsam über die Berge -






- ich bin „die Größte“ -




„El Chaltén“ ist der Tehuelche-Name für den Cerro Fitz Roy. Er bedeutet „Feuergipfel“ oder „rauchender Berg“ - eine passende Beschreibung für den andauernd in Wolken gehüllten Gipfel. Was haben wir doch für ein Glück, dass es heute nicht so ist.





- Diese „Kissen“ (Anarthrophyllum desideratum) befanden sich in großer Anzahl überall an den Hängen, aber erst sehr wenige begannen gerade zu blühen. Es muss unglaublich aussehen, wenn die Berge unterhalb der Felsen in dieser Farbe leuchten. -









- Blick auf den Lago Viedma -






- der Cerro Torre versteckt sich so langsam in den Wolken -








- Nun befanden wir uns wieder am Eingang zum Dorf. -







El Chaltén ist ein kleines Dorf auf 410 m Höhe nahe der chilenischen Grenze am nördlichen Rand des Nationalparks Los Glaciares. Es wurde im Oktober 1985 im Eilverfahren gegründet, um Chiles Besitzansprüche auf diesen Landstrich abzuschmettern. Es gehört damit zu den jüngsten Ortschaften Argentiniens.







- Mit seiner schlechten Infrastruktur, den streunenden Hunden und einem leichten Hang zu Werten der Hippiekultur ist es ein Grenzort geblieben.
Eine bunt zusammengewürfelte Ansammlung von Chalets und Hütten bilden dieses farbenfrohe Dorf. -








So weit das Auge reicht, fällt der Blick auf den atemberaubend schönen Nordteil des Parque Nacional Los Glaciares. Im Sommer reisen viele Wanderer an, um von hier aus den Park zu erkunden.
Kein Wunder: vor den Toren des Dorfes beginnen Wanderwege, die zu den schönsten Routen weltweit zählen.

Gegen 17 Uhr waren wir schließlich zurück und ich habe überhaupt keine Probleme bei der Wandertour gehabt. Also war meine Kondition noch vorhanden. Ich freute mich schon auf den nächsten Tag, denn dann stand eine richtige Trekkingtour auf unserem Programm.

Nachdem wir unterwegs im Dorf noch einen Kaffee getrunken hatten, ging es zu unserem Hostal zurück. Leider klappte es hier mit dem Internet überhaupt nicht.

Abends ging es in ein Restaurant zum Essen. Ralf bestellte sich Lamm mit Püree und Rotwein, für mich gab es einen Salatteller sowie handgemachte Ravioli mit Spinat und Ricottafüllung in Tomatensoße. Dazu natürlich Cola. Beide Gerichte schmeckten richtig gut. Zum Abschluss bestellte Ralf sich ein typisch patagonisches Getränk. Er bekam ein Glas Cola mit Fernet!!! Das wird hier sehr gern und oft getrunken, erklärte die Bedienung. Mein lieber Mann verzog beim Probieren das Gesicht, das war absolut nichts für ihn.

Gegen 22 Uhr ging es zurück zur Unterkunft.


Um 8 Uhr sind wir aufgestanden. Frühstück gab es in diesem Hostal nicht. Es verfügte über eine Gemeinschaftsküche, in der sich die Gäste ihr Essen selbst zubereiten konnten. Das war natürlich nicht unser Ding.
Aus dem Grund gingen wir in ein nahegelegenes Café mit Backstube. Unser Frühstück bestand aus herrlich frischen und duftenden Backwaren sowie Kaffee. Für die heute anstehende lange Trekkingtour kauften wir hier noch Wasser und Proviant ein. Danach marschierten wir los. Unser Ziel war die „Laguna Torre“.

Das Wetter meinte es auch heute gut mit uns. Es war sonnig und der anfangs noch stürmische Wind ließ im Laufe des Vormittags etwas nach. Nachdem wir El Chaltén gestern in südlicher Richtung verlassen hatten, starteten wir heute Richtung Westen.



- ein Blick auf das Dorf -














- Wir hatten 80 % der Strecke hinter uns. Rund um die Laguna Torre lag alles in dichten Wolken, so dass wir uns entschlossen, nicht weiter zu gehen. Es lohnte heute nicht mehr. -








- Unterwegs kamen wir mit einem sehr netten Ehepaar aus Australien ins Gespräch und gingen mit ihnen ein Stück gemeinsam.
Anschließend legten Ralf und ich eine kleine Pause ein, um unser leckeres Gebäck zu essen. -









- Der Wald unterhalb des Cerro Fitz Roy besteht nur aus einer Baumart. Es handelt sich hier um die „Südbuche“ - Nothofagus pumilio . -



- Der Stamm der Südbuche -



- das Blatt der Südbuche -





- . . . . . am Wegesrand blühten viele schöne Blumen, ein Paradis für Naturliebhaber



- Eine Orchidee "Codonorchis lessonii" -



- Viola reichei-






- Anemone magellanicia. -



- Sisyrinchium junceum var. depauperatum -








- Chilenische Weinbeere” oder Maqui Beere (Aristotelia chilensis) -






-Grasnelke (Armeria maritima ssp. andina) -






- Pantoffelblumen (Calceolariaceae) -





- Ganz viele Kissen "Mulinum spinosum", die leider noch nicht in Blüte stehen -






- Gegen 17 Uhr – nach 7 Stunden Fußmarsch ohne nennenswerte Pausen – war Chaltén wieder erreicht. -


Hier trafen wir erneut auf das nette australische Ehepaar, das uns spontan zu einem Kaffee einlud. Sie erzählten uns, dass sie in der Nähe von Sydney zu Hause sind und sich alle paar Jahre – wenn sie genug Geld zusammengespart haben – eine große Reise gönnen. Für sie ging es bereits am nächsten Tag nach Ushuaia weiter, wo ein russisches Kreuzfahrtschiff mit dem Ziel Antarktis auf sie wartete.

Nach einer herzlichen Verabschiedung trennten sich unsere Wege wieder. Wir gingen noch durch das Dorf und schauten uns das Hostal an, in dem wir ab morgen untergebracht waren. Die junge argentinische Familie, die einige Zimmer mit Bad an Touristen vermietet, war uns auf Anhieb sehr sympathisch.

Danach begaben wir uns zu unserer Unterkunft, ruhten uns etwas aus und am Abend ging es noch einmal in das Restaurant vom Vortag. Mittlerweile war es sehr stürmisch und kühl geworden.

Ralf aß heute einen leckeren Lammeintopf, dazu Rotwein, während ich mir einen Salat und Hähnchen Korma mit Reis bestellt habe. Geschmacklich war es diesmal nicht ganz so gut.
Gegen 22 Uhr fielen wir heute gaaaanz müde ins Bett.


Um 7 Uhr war Zeit zum Aufstehen. Nachdem wir in „unserem“ Café hervorragend gefrühstückt hatten, wurden schnell die Koffer gepackt, ausgecheckt und zu Fuß zu unserem neuen Hostal gebracht.

Das Wetter war sehr schön und vor allem nicht so windig. Deshalb haben wir keine Zeit verloren, unsere nächste Tour in Angriff zu nehmen. Heute sollte es zum „Mirador Fitz Roy“ und zur „Laguna Capri“ gehen.





- Ein Magellanspecht - Carpintero Patagonico - bei der Arbeit. -






- Blick in nördliche Richtung und den Rio de las Vueltas. -






- Nach einigen Kilometern bergauf war der „Mirador Fitz Roy“ erreicht. -












- Bei diesem Gestein handelt es sich um Granit, ebenso wie bei dem Cerro Torre auf der chilenischen Seite. -



- ein Gletscher -








- Die Laguna Capri war erreicht. -









- Gletscher -







- Diesen Platz nutzten wir zu einer kurzen Ess- und Trinkpause. -



- Ganz in der Nähe der Laguna Capri befand sich ein Zeltplatz. -








Gegen 15 Uhr kehrten wir zurück und 7 Stunden Trekking lagen erneut hinter uns. Aber wie auch schon am Vortag gab es auch heute keine Probleme mit der Kondition, weder bei Ralf noch bei mir.

Wir gingen in „unser“ Café, Ralf bestellte sich einen Kakao und aß dazu ein großes Stück Kuchen und ich „schlürfte“ genüsslich meinen Kaffee.

Im Hostal legten wir ein wenig die Füße hoch und für den Abend hatten wir uns diesmal ein anderes Restaurant ausgesucht.

Ralf bekam Lamm-Koteletts süß-sauer und gebackenes Gemüse, dazu 3 Glas Wein, ich Salat sowie Merluza mit gebackenem Gemüse, meine übliche Cola und hinterher einen Espresso. Es war alles sehr lecker.


- Im Vordergrund Ralfs Teller mit dem Lamm. -


Gegen 22 Uhr ging es zurück zur Unterkunft.


Bis 8 Uhr haben wir heute geschlafen, anschließend im Café gefrühstückt und gegen 10 Uhr ging es wieder auf Tour.

Heute starteten wir den zweiten Versuch zur „Laguna Torre“, den wir zwei Tage zuvor wegen dicker Wolken kurz vor unserem Ziel abgebrochen hatten.
Es war leicht bewölkt und sehr stürmisch.










- Blumen am Wegesrand. -














- Nach 11 km immer bergauf erreichten wir die Laguna Torre. Von hier aus hat man bei wolkenlosem Himmel einen tollen Blick auf den Cerro Torre von Chile, aber der blieb uns heute verwehrt.
Stattdessen war es hier oben unangenehm kalt und sehr windig. -









- Plötzlich vernahmen wir ein ganz lautes Geräusch und sahen dann auf dem schneebedeckten Berg "Solo" seitlich von uns einen Lawinenabgang. Tosend stürzte ein Schneebrett in die Tiefe. -





- Durch den Südbuchen-Wald ging es dann wieder zurück. -






- ein Schmetterling -



- Und noch ein Schmetterling an einer Löwenzahnblüte.-








- Nach 22 km bergauf und bergab war schließlich unser Dorf wieder erreicht.-




In unserem Café schmeckte Ralf der Kakao und mir der Kaffee heute besonders gut. Gegen 18 Uhr ruhten wir uns in unserem Zimmer ein wenig aus und eine Stunde später ging es zum Abendessen.

Vom Inhaber des Lokals wurden hier alle Gäste mit Handschlag begrüßt.
Die Speisekarte hörte sich sehr gut an. Ralf bestellte Lammeintopf mit Linsen und ich mir hausgemachte Tagliatelle mit Nüssen und Pflaumensoße.

Auf den angerichteten Tellern sah es noch gut aus – aber als wir es probierten, waren wir mehr als enttäuscht. Beide Gerichte schmeckten vollkommen fade – es fehlte an Salz und anderen Gewürzen. Hinzu kam, dass meine Nudeln nicht nur vollkommen pappig und zusammengeklebt waren, sondern auch noch in Öl schwammen. Es war nicht zu genießen. Über die Hälfte ging daher zurück.

Heute sind wir ziemlich geschafft ins Bett gefallen.


Um 8 Uhr waren wir munter und nach dem Frühstück in unserem Café hatten wir uns vorgenommen, an unserem letzten Tag in Chaltén eine etwas leichtere Tour zu unternehmen.

Es ging wieder gegen 10 Uhr los, aber ohne große Höhenunterschiede. Dafür kämpften wir die ganze Zeit gegen den starken Wind von vorne an.




- An einem Wasserfall machten wir eine kurze Rast. Hier war es windgeschützt und warm. -








- Galläpfel an einer Südbuche -





- Es ging heute Richtung Norden. -





- Ich weiß nicht, wie viel Kilometer wir gelaufen sind, es waren aber einige. Mit müden Beinen erreichten wir gegen 16 Uhr endlich unser Dorf. -


Im Café gab es auch heute für mich Kaffee und für Ralf Kakao.

Im Vergleich zum Vortag haben wir an diesem Abend spitzenmäßig gegessen. Als Vorspeise für Ralf gefüllte Lachsröllchen.........



- ….....und für mich Salat.
Als Hauptgericht aß mein Mann Lamm mit Gnocchi und grünem Pürree, ich zog gefüllte Hähnchenrouladen mit Gemüsereis und dünnen Rühreistreifen vor. -





Schon kurz nach 21 Uhr befanden wir uns wieder in unserer Unterkunft.

In der Nacht stürmte es fürchterlich.


Heute sollte es wieder zurück nach Calafate gehen und von dort aus mit dem Flieger weiter.
Um 8 Uhr standen wir auf. Der Sturm hatte sich mittlerweile ausgetobt, aber dafür war es dicht bewölkt.
Nach dem letzten Frühstück in unserem Café wurden die Koffer gepackt. Es begann zu regnen – hörte aber glücklicherweise schnell wieder auf. Wir bummelten noch einmal durch den Ort, tranken einen letzten Kaffee vor der Abreise, holten unsere Koffer und gingen gemütlich zu Fuß zum Busbahnhof.






Pünktlich um 13 Uhr fuhr der Bus ab Richtung Calafate. Es war nach wie vor bewölkt und von den Bergen nichts zu sehen. Was haben wir in den letzten Tagen doch für ein Glück gehabt.

An einer „Haltestelle“ legte der Bus eine 15minütige Pause ein.
Hier entdeckten wir doch tatsächlich ein Wohnmobil aus Deutschland.






Um 16 Uhr erreichten wir Calafate. In unserem schönen Hotel hatten wir uns bereits vor der Abfahrt nach El Chaltén ein Zimmer reservieren lassen und ein Taxi brachte uns nun wieder dort hin.
Danach unternahmen wir einen Bummel durch den Ort.

- beim Landeanflug – Blick auf den Beagle-Kanal - Gegen 19 Uhr suchten wir ein italienisches Restaurant auf. Ralf bestellte Forelle, bekam aber eine Lachsforelle. Er ließ sie zurückgehen – aber es gab hier keine andere Forelle. Wohl oder übel hat er sie dann gegessen, aber nicht viel, denn sie schmeckte zu allem Überfluss auch noch ranzig.

Als Vorspeise bekamen wir einen Thai-Salat. Beim Italiener sollte man jedoch keinen Thai-Salat bestellen, so schlau waren wir aber erst hinterher. Der sogenannte „Thai-Salat“ - eine Riesenportion – bestand aus ganz vielen Spaghetti und etwas Gemüse.

Mein Hauptgericht – Hähnchen mit Gemüse aus dem Wok – habe ich nur noch zur Hälfte geschafft, es war einfach viel zu viel.
Der Rotwein, den Ralf sich bestellt hat, schmeckte ihm auch nicht. Das war nicht unser Tag.

Nach der Rückkehr in unsere Unterkunft ging ich frustriert ist Bett, denn mit der Internetverbindung klappte es mal wieder nicht.


Um 7 Uhr waren standen wir auf. Heute war es sehr windig und kalt. Das Thermometer zeigte ganze 6 Grad an.
Mein Ralfi klagte über Magenprobleme. Lag es etwa an der ranzigen Lachsforelle von gestern?
Nach dem Frühstück wurde gepackt und um 9.15 Uhr brachte uns ein Taxi zum Flughafen. Pünktlich um 11.20 Uhr startete der Flieger Richtung Süden zu unserem vorletzten Ziel Ushuaia auf Feuerland.





- beim Landeanflug – Blick auf den Beagle-Kanal -




Pünktlich um 12.30 Uhr landete unser Flieger in U s h u a i a.

Ein Taxi brachte uns zum Hotel.




- Blick auf Ushuaia vom Taxi aus. -




Unsere Unterkunft lag sehr zentral in der Stadtmitte und es gab absolut nichts zu bemängeln.
Als erstes zogen wir uns ganz dicke Sachen an, denn bei 6 Grad und einem strammen kalten Wind konnte man es sonst nicht aushalten.

Warm eingepackt unternahmen wir erst einmal einen Bummel durch die Stadt. Ralf kannte den Ort ja bereits von seiner Kap-Hoorn-Umrundung vor einem Jahr.

Als erstes begaben wir uns zum Hafen..


- Hier lagen drei Kreuzfahrtschiffe mit Ziel Antarktis. -



- Blick auf den Beagle-Kanal - -




Ushuaia ist mit ihren 64.000 Einwohnern die südlichste Stadt Argentiniens. Das Wort „Ushuaia“ kommt aus der Sprache der Ureinwohner und bedeutet „Bucht die nach Osten blickt“. Die Stadt konkurriert mit dem zu Chile gehörenden Puerto Williams um den Titel, die südlichste Stadt der Welt zu sein.






Die geschäftige Hafenstadt, in der sich abenteuerlustige Touristen tummeln, bildet einen schmalen Streifen bunt zusammengewürfelter Häuser und steiler Straßen am Fuß der schneebedeckten Gebirgskette des Cerro Martial. Hier fallen die Anden schroff ins südliche Polarmeer ab.








- Eine vergleichbare Lage können nur wenige Orte aufweisen, und je mehr Schiffe auf dem Weg in die Antarktis im Hafen anlegen, desto mehr Nutzen zieht Ushuaia aus seinem eifersüchtig gepflegten Nimbus, die letzte Stadt am Ende der Welt zu sein. -








Die relativ hohen Löhne in Feuerland ziehen Argentinier aus allen Landesteilen an, nicht wenige Einheimische beklagen den Verlust an kleinstädtischem Lokalkolorit.








Das Klima hier ist maritim ausgeglichen und über das ganze Jahr relativ kalt und feucht.






Leider sind die Schilder mit den Entfernungen der Städte relativ schlecht zu erkennen.



Hier gibt es auch Mohnblumen.








- die Hauptstraße der Stadt -









Noch einmal ein Blick auf den Beagle-Kanal.






die Kreuzfahrtschiffe -





Ein kleines Museum, das auf drei Etagen die Geschichte von Feuerland darstellt.
















Zwischendurch ging es in eine Cafeteria, damit wir uns mit Kaffee für mich und Kakao für Ralf aufwärmen konnten.

Außerdem bestellten wir in Ralfs Lieblingslokal einen Tisch für den Abend, denn ohne Vorbestellung bekommt man dort keinen Platz.

Am späten Nachmittag kehrten wir zum Hotel zurück. Ralf hielt seine Siesta und ich konnte endlich mal wieder e-mails schreiben, da erfreulicherweise die Internetverbindung tadellos funktionierte.

Um 19.30 Uhr ging es in das vorbestellte Restaurant, um Königskrabben zu essen. Das Krabbenfleisch befand sich in einer Terrine mit Käse überbacken. Es war einfach nur köstlich!!!! Mein Ralfi trank dazu drei Pisco sour und ich meine übliche Cola und einen Espresso hinterher.

Weil das Essen hier so gut war, haben wir für den nächsten Tag wieder einen Tisch für 20.00 Uhr reservieren lassen.




- Krabbenfleisch und dazu Pisco sour. Was will man mehr!!!! -



- Lecker!!!! Aber sehr heiß!!!! -



- Als wir kurz nach 22 Uhr das Lokal verließen, war es dicht bewölkt, rattenkalt und nieselte leicht. -


Gegen 6 Uhr wachte ich von Sturm und Regen auf und dachte nur, das darf nicht wahr sein. Aufgestanden sind wir um 7 Uhr und das Frühstück im Hotel war mal wieder richtig gut.

Für heute standen zwei Ausflüge auf unserem Programm – und das bei dem Wetter!!!! Kurz vor 9 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Hafen. Zum Glück hatte der Wind etwas nachgelassen und es regnete nur noch leicht, aber es war lausig kalt.

Es war ein Wunsch von mir, einmal mit einem Kreuzfahrtschiff in die Antarktis zu fahren, um bei dieser Gelegenheit auch die dort lebenden Königs- und Kaiserpinguine in freier Natur zu erleben. Ralf hingegen interessierte sich mehr für die Unglücksstelle des Passagierdampfers "Monte Cervantes",
Aus diesem Grund hatte mein lieber Mann zum einen eine Schiffsreise auf dem Beagle-Kanal und zum anderen eine Tour zu einer Pinguininsel bereits von zuhause aus bei Piratours gebucht.





Die drei Kreuzfahrtschiffe, die wir gestern hier gesehen hatten, befanden sich bereits auf dem Weg in die Antarktis.

Wir bestiegen ein kleines Schiff. Mit von der Partie waren ein Pärchen aus Italien, ein amerikanisches Paar aus Florida sowie ein weiteres deutsches Paar, das in Argentinien lebt. Um 10 Uhr legten wir ab und um uns herum war alles grau.


- Blick auf den Hafen vom Schiff aus. Von den Bergen ist gar nichts zu sehen. -

Je weiter wir auf den Beagle-Kanal hinausfuhren, desto stürmischer wurde es und das Boot schaukelte ordentlich. Mittlerweile war auch der Regen wieder stärker geworden.

Unsere kleine Gruppe befand sich unter Deck, denn draußen war es nicht auszuhalten.
Wir kamen an einigen kleinen mit Tieren bewohnten Inseln vorbei.






- Magellan-Pinguine --








- eine Seelöwenkolonie -














- Wir nehmen Kurs auf den Leuchtturm - den Unglücksort der "Monte Cervantes". -









- Dieses Teil des vorderen Mastes der "Monte Cervantes" soll an die Schiffskatastrophe von 1930 erinnern. -



Mit freundlicher Genehmigung: www.maritime-photographie.de
M/S "Monte Cervantes" am 22. Januar 1930
Die "Monte Cervantes" verließ am 21. Januar 1930 Punte Arenas und erreichte am Abend Ushuaia, wo sie wegen schlechten Wetters Schutz suchte. Am 22. Januar 1930 vormittags nach Wetterbesserung wurde die Reise fortgesetzt. Am gleichen Tag zur Mittagszeit lief sie im Beagle Kanal mit voller Geschwindigkeit auf einen nicht in der Seekarte verzeichneten Felsen auf. Sie begann mit dem Bug zu versinken. Die 1177 Passagiere und 256 Besatzungsmitglieder verließen das Schiff innerhalb einer Stunde mit den Rettungsbooten ohne menschliche Opfer beklagen zu müssen.
Am darauffolgenden Tag kehrte der Kapitän mit einem Teil seiner Besatzung zum Schiff zurück um Gepäck, Wertgegenstände etc. vom Schiff zu bergen. Geholfen haben bei dieser Aktion auch Besatzungen anderer Schiffe, die zur Hilfe geeilt waren.
Am Abend als die Operation wegen Dunkelheit abgebrochen wurde und die Leute den Havaristen verließen, kam das Schiff ins Rutschen. Alle konnten sich retten, bis auf den Kapitän.
1951 versuchte man nochmals mit Schleppern das Schiff vom Riff in einen Hafen zu ziehen, denn der hohe Schrottpreis nach dem 2. Weltkrieg machte dieses Unterhehmen lukrativ. Diese Mission scheiterte, da bei plötzlicher Wetterverschlechterung eine Trosse brach. Sie versank nun in tieferes Gewässer im Beagle Kanal. Der Schlepper "Saint Christopher", der an dem Bergungsversuch beteiligt war, liegt noch heute im Hafen von Ushuaia.
Heute steht an der Unglücksstelle ein Leuchtturm, der die Schifffahrt vor den Gefahren warnt.



- Zwischen Ushuaia und der Insel Martillo am "Les Eclaireurs" steht der Leuchtturm -



"Monte Cervantes"
Schiffstyp: Passagierschiff
Reederei: Hamburg Süd (Hamburg Südamerikanische Dampfschiffahrts-Gesellschaft, Eggert & Amsinck)
Flagge: Deutsches Reich
Bauwerft: Blohm & Voss, Hamburg
Stapellauf 25. August 1927
Indienststellung 3. Januar 1928
Baunummer: 478
Vermessung: 14.140 BRT (7.943 NRT)
Länge: 159,7 m
Breite: 20,1 m
Tiefgang: 11,5 m
Antrieb: 4 Sechszylinderdieselmaschinen mit Getriebe, Maschinenleistung 6.800 PS (5.001 kW), 2 Propeller
Geschwindigkeit: 14,5 Knoten
Besatzung: 325 Personen
Passagiere: 1750
auf Grund gelaufen am 22. Januar 1930

. . . . . der in die Jahre gekommene Schlepper "Saint Christopher"








. . . . . und jetzt durfte er auf der Rückfahrt auch noch das Ruder des Schiffes übernehmen, und das bei starkem Wind auf dem Beagle Kanal.



Ganz lässig, als hätte er nie etwas anderes gemacht.



Nun wurden heiße Getränke sowie Kekse von der Crew serviert. Alle Passagiere haben Kaffee, Tee und Kakao gegen die Kälte dankbar angenommen. Dabei fand eine lebhafte Unterhaltung statt.



Nachdem sich alle aufgewärmt hatten, steuerte unser kleines Schiff die Isla Karelo an und es hieß: alles aussteigen. Am liebsten wäre ich gar nicht mitgegangen. Es regnete, es stürmte, es war furchtbar kalt. Ich habe schon lange nicht mehr so gefroren.



- eine eigenartige Azorella-Pflanze auf der Insel -



Bei Sonnenschein hat man von dieser Insel aus einen sehr schönen Blick, aber heute konnte man das Panorama vergessen.
Ich war vollkommen durchgefroren und meine Hose nass, nachdem wir den Rundgang über die Insel hinter uns hatten.




Es gab noch einmal heiße Getränke und anschließend auf der Rückfahrt fand eine Lotterie statt. Dabei habe ich gewonnen, und zwar die blau-weiße Schiffsflagge!!!


Um 13 Uhr lief das Schiff wieder in den Hafen ein. Es regnete noch immer und das Thermometer zeigte ganze 4 Grad an!!!!
Wir gingen zum Hotel. Auf der Heizung trocknete ich meine Mütze, die Handschuhe und die nasse Hose und legte mich zum Aufwärmen ins Bett – mein Ralfi auch.
Eine Stunde später mussten wir wieder los zu unserer nächsten Tour zur Pinguininsel. Ich hatte überhaupt keine Lust und wäre am liebsten im Bett geblieben. Aber das ging natürlich nicht.

Es regnete weiter, als wir uns wieder auf den Weg zum Hafen begaben. Hier wartete ein ganz spezieller Bus auf unsere Reisegruppe, die diesmal größer war als sonst.



Gegen 14.30 Uhr fuhr der Off-Road-Bus los. Zuerst ging es noch über eine asphaltierte Straße, danach befanden wir uns auf einem befahrbaren, unbefestigten Weg. Nach kurzer Zeit waren die Fenster durch den Dreck, den die Reifen beim Fahren hochspritzten, vollkommen mit Matsch bedeckt, so dass man draußen nichts mehr sehen konnte. Dafür war es aber angenehm warm im Bus und ich musste nicht frieren.


- Auf einer Anhöhe hielten wir an.
Es hat hier „geblasen“ wie verrückt. Man kam kaum dagegen an, aber dafür war der Regen vorbei. -




- Bäume, an denen man erkennen kann, aus welcher Richtung der ständig starke Wind weht -



- Dieser Baum berührt mit seinem Stamm den Boden. -



- Wir fuhren weiter und nach 1 ¾ Stunden war die 85 km östlich von Ushuaia gelegene Estancia Harberton erreicht. -




Harberton wurde 1886 vom britischen Missionar Thomas Bridges und seiner Familie gegründet und war Feuerlands erste Estancia.
Das herrlich gelegene Anwesen gehört bis heute den Nachfahren des Gründers, die auch hier leben und den Betrieb fortführen.

Auf dem Gelände steht das eindrucksvolle Museo Acatushún, in dem die Biologin Natalie Prosser Goodall tausende unterschiedlicher Vogel- und Säugetierexemplare inventarisiert hat. Den Schwerpunkt der riesigen Sammlung bilden die Meeressäuger der Region. Zu den wertvollsten Exponaten gehört ein Hector-Schnabelwal.

Auch wir besuchten als erstes dieses Museum, bevor es weiter zur Bootsanlegestelle ging. Hier warteten wir ca. 20 Minuten, bevor das Motorboot kam, das uns zur gegenüberliegenden Isla Martillo brachte.
Bevor wir aussteigen durften, gab es noch genaue Anweisungen, wie wir uns zu verhalten haben und vor allem war es nicht erlaubt, den schmalen festgelegten Weg, der über die Insel führte, zu verlassen.




Der Magellan Pinguin – Spheniscus magellanicus - ist eine Vogelart in der Gattung der Brillenpinguine. Er kommt im Süden Südamerikas vor.
Ihren wissenschaftlichen Namen erhielt die Art wegen ihrer Häufigkeit an den Küsten der „Terra Magellanica“, die etwa dem Gebiet von Patagonien entspricht.
Diese Vögel sind etwa 70 cm lang und wiegen 4 kg. Weibchen sind unwesentlich kleiner als Männchen und unterscheiden sich nicht im Gefieder.



- Der Magellan-Pinguin kommt an felsigen Küsten der Falklandinseln, in Chile und Argentinien vor. In Argentinien brüten 650.000 Paare. Die Gesamtpopulation wird von der IUCN auf etwa 1,3 Millionen Brutpaare geschätzt. -



- Eine Gefährdung des Bestandes geht besonders von Ölverschmutzung des Meerwassers aus, aber auch Bejagung und Überfischung spielen eine Rolle. -

















- Weibchen schreiten ab einem Alter von 4 Jahren zur Brut, Männchen ab 5 Jahre.
Der Magellan Pinguin gräbt dazu eine Bruthöhle oder er brütet in kleinen Mulden, Felsspalten oder unter Sträuchern.
Die Weibchen erscheinen im September am Brutplatz, die Eiablage beginnt etwa Mitte Oktober.
Die zwei gleichgroßen Eier werden im Abstand von vier Tagen gelegt und wiegen jeweils 125 g. Sie werden ca. 40 Tage bebrütet. -









- Das Weibchen brütet zuerst, während das Männchen bis zu 500 km vom Brutplatz entfernt jagt. Er löst das Weibchen nach 15 bis 20 Tagen ab. Das Weibchen geht dann auf Jagd. -








- Die Vögel ernähren sich hauptsächlich von Fisch, Tintenfisch und Krill. Die Jagd findet in Wassertiefen bis etwa 50 m statt, kann jedoch maximal bis in 100 m Tiefe gehen. -








- Das Erstaunlichste an diesen Pinguinen ist das Fehlen jeglicher Scheu vor den Menschen.
Mann kann sich Ihnen bis auf Armlänge nähern, ohne dass sie flüchten oder Drohgebärden zeigen. Mann muss sogar darauf achten, dass man ihnen nicht auf die Füße tritt, so arglos sind diese Vögel.-









- Während unseres langsamen Spaziergangs auf dem dafür vorgeschriebenen Weg standen des öfteren Magellan-Pinguine direkt vor uns. Sie weichten nicht von der Stelle, blieben ruhig stehen und ließen sich überhaupt nicht irritieren, als wir versuchten, ganz langsam an ihnen vorbei zu gehen.
Neugierig verfolgten sie uns mit ihren Augen.-


































- Diese Magellangänse fühlen sich zwischen den Pinguinen sichtlich wohl.-









- Ich war sehr erstaunt, als ich diesen bildschönen Königspinguin - Aptenodytes patagonicus - zwischen der Kolonie der Magellanpinguine sah. Er ist die zweitgrößte Art der Pinguine und wird zusammen mit dem Kaiserpinguin zu der Gattung der Großpinguine gezählt.
Er erreicht eine Körperlänge zwischen 85 und 95 cm und wiegt zwischen 10 und 16 kg.

Der Königspinguin brütet auf subantarktischen Inseln wie z.B. auf Südgeorgien. Eine kleine Kolonie siedelt sich wahrscheinlich gerade an der Magellanstraße auf Feuerland wieder an.-




- Auf Martillo-Island gibt es diese kleinen Grasnelken (Armeria maritima ssp. andina). -
Nach Beendigung des Rundgangs brachte uns das Motorboot wieder zurück auf das Festland. Mittlerweile waren wir alle vollkommen durchgefroren. Außerdem setzte nun auch der Regen wieder ein.

Im Restaurant der Estancia Haberton wärmten wir uns mit einem Kaffee ein wenig auf, bevor es mit dem Off-Road-Bus zurück nach Ushuaia ging, das wir gegen 20.45 Uhr erreichten.

In dem Restaurant vom Vortag hatten wir gestern einen Tisch für heute für 20.00 Uhr vorbestellt. Als wir verspätet gegen 21 Uhr dort ankamen, war „unser“ Tisch natürlich nicht mehr frei, aber glücklicherweise gab es noch einen unbesetzten Tisch, den wir zugewiesen bekamen.



Ralf bestellte sich diesmal Königskrabbenfleisch in einer Tomaten-Knoblauch-Gewürzsoße und ich bekam einen riesigen Teller Calamares mit Salat. Beide Gerichte waren mal wieder sehr, sehr lecker. Ich muss gestehen, ich habe schon lange nicht mehr so gute Tintenfischringe in einer dermaßen krossen Panade gegessen wie hier.

Dazu trank Ralf drei Pisco sour und ich Cola und einen Espresso zum Abschluss. Das Restaurant war so gemütlich warm, dass mir zum Schluss nicht mehr kalt war und ich mich nach diesem langen stürmischen und nassen Tag erstmals wieder richtig wohlgefühlt habe.


- Blick in dieses supergute Fischrestaurant -


Als wir zum Hotel zurückgingen, regnete es immer noch. Gegen 23 Uhr kam heute das Sand-männchen.


Um 6.15 Uhr klingelte uns der Wecker aus dem Schlaf.
Nein!!!!! Ich konnte es nicht glauben, was ich sah, als ich aus dem Fenster blickte!!! Es schneite!!!!!


- 2 ½ Wochen vor Beginn des kalendarischen Sommers auf der Südhalbkugel ein solches Wetter. Ich konnte es nicht fassen und bewunderte gleichzeitig die Menschen, die in einem so kalten Klima leben können. Ich würde das nicht aushalten und hier eingehen.

Wir waren froh, dass es heute nach Buenos Aires ging. Die Koffer waren schnell gepackt, danach wurde gefrühstückt und bereits um 8 Uhr brachte uns ein Taxi zum Flughafen. -









- Dort angekommen, war es nicht zu übersehen, dass auf den Bergen um Ushuaia Neuschnee lag. -





- Vom Flieger aus blickten wir noch einmal auf den wolkenverhangenen Himmel und waren froh, als Maschine endlich Richtung Norden startete. Es war 10.15 Uhr. Vor uns lag ein Flug von 2.376 km. -






- ein letzter Blick auf das kalte Ushuaia mit Neuschnee auf den Bergen.

Nach ca. 30 Minuten Flugzeit wurden die Wolken immer weniger und kurz darauf waren gar keine mehr zu sehen. -





Um 13.30 Uhr landete unser Flieger schließlich in >br>B u e n o s A i r e s, der Hauptstadt Argentiniens. Gleichzeitig war dies auch bereits ein kleiner Teil unseres Fluges nach Hause.

Bei Verlassen des Flughafengebäudes bekamen wir einen Temperaturschock. Nach 3 Grad und Schnee in Ushuaia empfingen uns hier 31 Grad und Sonnenschein. Wie schön!!

Ein Taxi fuhr uns zum Hotel im Stadtzentrum. Wir kannten diese Unterkunft bereits von früheren Südamerika-Reisen, die in Buenos-Aires begonnen hatten.

Als erstes zogen wir unsere Sommersachen an und unternahmen einen kleinen Bummel. Aber es war zu warm und die Straßen „vollgestopft“ mit Autos und Menschen. Das gefiel uns gar nicht bzw. wir mussten uns daran erst einmal wieder gewöhnen.

Als Alternative blieb nur eine Siesta im Hotel und gegen 19 Uhr machten wir uns auf den Weg, um in einem guten Restaurant zu essen.



Ralf hatte dieses Lokal vor etwas mehr als einem Jahr mit Udo und Wolfgang bereits besucht.
Und was isst man in Buenos-Aires? Keine Frage, natürlich Steak.

Ralf bestellte sich als Vorspeise Nierchen und ich zog mal wieder einen Salat vor. Danach bekam jeder ein Rib-Eye-Steak.

Aufgrund des warmen Wetters suchten wir anschließend noch einen Biergarten ganz in der Nähe auf und tranken dort das erste Bier unserer Reise und es schmeckte richtig gut!!!

Gegen 23 Uhr ging es zum Hotel zurück.


Der letzte Urlaubstag war angebrochen.
Wir hatten gut geschlafen und standen gegen 7.30 Uhr auf. Nach einem hervorragenden Frühstück fragten wir uns, was machen wir nun?
Das Stadtzentrum kannten wir genauso wie die schönen und interessanten Stadtteile Recoleta, La Boca und San Telmo. Wir entschlossen uns schließlich, zur verkehrsberuhigten Fußgängerzone zu gehen und anschließend.... na mal sehen, es wird sich schon was finden.

Das Wetter war heute ideal. Nicht so warm wie gestern, aber 26 Grad sind für einen Stadtbummel gerade richtig.


- Ralf ließ erst einmal seine verstaubten Schuhe putzen. -








- die Fußgängerzone -






- In einem Straßencafé gab es etwas zu trinken, denn das viele Laufen macht durstig. -






- In dieser Stadt gibt es eine Vielzahl von Hundeausführern. -














- Zwischenzeitlich hatten wir uns entschlossen, weiter zum alten Hafen Puerto Madero zu gehen.
Heute kann man hier entspannt zwischen ehemaligen Lagerhallen bummeln, die zu schicken Lofts, Büros und Nobelrestaurants umgestaltet wurden. -









- Früher war dies kein besonders attraktives Viertel, doch heute sind die Immobilienpreise in Buenos Aires nirgendwo höher als in Puerto Madero. -






- ein Relikt aus vergangenen Zeiten -








- Anschließend machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel. -




Wir ruhten uns etwas aus, denn am Abend stand noch ein ganz besonderes Highlight auf unserem Programm.
Bereits im Sommer hatte Ralf von zu Hause aus für unseren letzten Tag einen Tisch im besten und teuersten Steak-Restaurant der Stadt, dem Cabaña las Lilas reservieren lassen. Es lag im Puerto Madero und sollte ein letzter Höhepunkt zum Abschluss unserer Reise werden.

Gegen 18 Uhr gingen wir heute zum zweiten Mal zum alten Hafen. Es war ein langer Weg dorthin und unser Hunger entsprechend groß, als wir dort ankamen.
Der reservierte Tisch befand sich – wie von uns gewünscht – auf der Terrasse mit Blick auf den Hafen.



Als erstes servierte man uns einen köstlichen Vorspeisenteller mit Schinken, Käse, Lachs und Salat. Dazu gab es eine große Brezel sowie verschiedene warme kleine Brötchen.

Es schmeckte fantastisch und ich habe mit dem Essen einfach nicht aufhören können.

Danach gab es für jeden ein 350 Gramm-Steak – für mich mit Salat und für Ralf mit einer Ofenkartoffel.



Nachdem auch das Hauptgericht hinter uns lag – es gab absolut nichts zu bemängeln – waren wir beide richtig schön gesättigt.
Zum Abschluss bestellte Ralf sich einen Pisco sour und ich mir einen Espresso.

Aber für mich kam nicht nur der Espresso, sondern dazu eine große Schale mit verschiedenen kleinen Kuchenstückchen und Pralinen. Ich schlug die Hände über den Kopf zusammen und dachte mir, das kannst Du nicht zurückgehen lassen – es sah einfach zu verlockend aus.

Also habe ich richtig „gesündigt“, das erste Mal in diesem Urlaub. Ich ließ die kleinen süßen Köstlichkeiten auf der Zunge zergehen, trank dazu meinen Espresso und nach einer Weile war die große Schale komplett leer und ich dafür satt bis oben hin.




- Zwischenzeitlich war es dunkel geworden und wir genossen noch ein wenig die schöne Aussicht auf den Hafen. -








- Beim Verlassen des bis auf den letzten Platz gefüllten Restaurants warfen wir noch einen Blick auf die fleißig arbeitenden Köche. -







Mit einem Taxi ließen wir uns zurückbringen und tranken zum Abschluss im Biergarten nahe des Hotels noch eine Kleinigkeit. Gegen 23.30 Uhr fielen wir „pappsatt“ ins Bett.


Nun war er gekommen, unser Abreisetag.
Um 8 Uhr standen wir auf und nach dem Frühstück wurden die Koffer ein letztes Mal gepackt. Da wir uns erst um 14 Uhr auf den Weg zum Flughafen machen mussten, blieb noch viel Zeit, die zu vertrödeln war. Wir unternahmen
noch einmal einen Bummel.








- Erstmals auf dieser Reise entdeckten wir einen Laden mit Weihnachtsschmuck. -



- Zum Abschluss besuchten wir noch einmal unseren Biergarten. -


Gegen 14 Uhr kehrten wir zum Hotel zurück, holten unser Gepäck und ließen uns mit einem Taxi zum internationalen Flughafen bringen. Er liegt ziemlich weit draußen und aufgrund vieler Staus in der Stadt benötigten wir für die Fahrt eine Stunde.

Gegen 15 Uhr kamen wir an, checkten ein und durchliefen die üblichen Kontrollen.
Ralfs Versuche, die restlichen Argent. Peso, die wir noch besaßen, in Dollar oder Euro zurückzutauschen, scheiterten. Weder in Buenos Aires noch hier am Flughafen war man in den Wechselstuben dazu bereit. Ein solches Verhalten kannten wir aus keinem anderen Land. Nirgendwo hat es bisher Probleme beim Rücktausch der Landeswährung gegeben.

Wir waren ziemlich sauer, dass wir nun auf umgerechnet ca. 100 Euro sitzen blieben. So geht man nicht mit Touristen um, die viel Geld im Land lassen.

Planmäßig um 18.10 Uhr startete unser Flieger der Air France nach Paris, wo wir nach 12,5 Stunden Flugzeit um 10.30 Uhr Ortszeit am



ankamen. Um 13.20 Uhr erfolgte der Weiterflug mit Air Europa nach Malaga.


- Spanien liegt bereits unter uns -


Gegen 16 Uhr hatte uns die Heimat wieder. Am Flughafen nahmen wir ein Taxi und ließen uns nach Hause bringen. Nach einer erlebnisreichen und sehr schönen Reise freuten wir uns sehr darauf, morgen endlich unseren Tasco aus der Betreuung wieder abholen zu können.


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# 1
28. Januar 2014


Hallo Ihr lieben,
ich bin eben schon am PC versackt.
So tolle Bilder, da fehlen einen wirklich die Worte.

Mir ist bei einigen Bildern (Gletscher) die Gänsehaut über den ganzen Körper gefahren. Toll!!
Was Ihr alles sehen durftet. Da sind Aufnahmen bei, da denkt man das ist doch Fotomontage.

Euch wünschen wir ein paar schöne warme und regenreiche Wintermonate.
Danke für diese wunderschönen Bilder die Ihr auf Foto verewigt habt.

Liebe Grüße aus Halberstadt am Harz (Germany)
von Henry, Sienna, Mandy und Andy!




# 2
28. Januar 2014


Hallo Heidi und RaLF
Die letzten 2 Stunden habe ich euren fantastischen Reisebericht mit hunderten von Fotos gelesen.
Wow , was fuer eine Reise, ein richtiges Abenteuer.
Chile, Bolivien und Argentinien waren mir natuerlich zum groessten Teil bekannt aber der Rest war Neuland, besonders die Osterinseln.
Vielleicht koennen wir demnaechst mal skypen?
Uns geht es nach einem 7monatigen Umbau und Modernisierung des Hauses sehr gut

Gratuliere euch zu eirer super Reise

Liebe Gruesse aus Costa Rica
Heike und Hans




# 3
14. Juni 2014


Hallo Heidi und Ralf,
das war ja eine großartige Reise. Man weiß wirklich nicht was dabei das Eindruckvollste war (die Osterinseln Atacama oder die Gletscher und Bergwelt Argentiniens/Chiles). Ganz erstaunlich auch die Kamera.

Herzliche Grüße aus Neuenkirchen!
Dorle und Gerhard


Anmerkung von uns über die Camera.
Es handelt sich um eine Panasonic Bridge-Camera und dem optischen Superzoom von 20 bis 1200 mm, Typ Lumix DMC-FZ72




# 4
18. Juni 2014


Meine Herren, ist das eine Sammlung! Habe noch nciht alles gelesen, denn ich sitze in Finland in der Bibliothek mit einem begrenzten Zeitbudget. Ich werde diesen Herbst wieder nach Peru reisen, eine Fahrt mit der Eisenbahn von Lima nach Huancayo machen und mir die Welt der Anden ansehen. Nächstes Jahr Frühjahr ist Casabermeja wieder eingeplant. Vorher werde ich mich aber noch melden.

Liebe Grüße aus Berlin
Paul




Quellen für die Reiseplanung sowie Zitate von Hintergrundinformationen:
"lonely planet" Argentinien und Chile mit Osterinseln
"Reise Know How" Bolivien
Wikipedia


letztes Update 12. Oktober 2015
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